Grevenbroich: Millionen für Stromversorgung

Grevenbroich: Millionen für Stromversorgung

Das Umspannwerk in Elsen versorgt gut die Hälfte aller Grevenbroicher Haushalte mit Strom. Die Anlage ist in die Jahre gekommen und muss jetzt aufwendig erneuert werden. Das Millionenprojekt muss gut geplant werden.

Das Gebäude an der Rheydter Straße ist ein Stück Stadtgeschichte. Seit fast 60 Jahren sichert das alte Umspannwerk die Stromversorgung in großen Teilen Grevenbroichs — und das hat Spuren hinterlassen. "Das Haus ist völlig marode, an Wänden und Decken haben sich mit der Zeit breite Risse gebildet", schildert Willi Peitz. Die Schäden sind mittlerweile so groß, dass der Geschäftsführer des Gas- und Wasserwerks Grevenbroich (GWG) nur noch eine Möglichkeit sieht: "Abriss und Neubau."

Bei dieser Gelegenheit wird auch die 40 Jahre alte Umspannanlage ein Fall für den Schrotthändler, sie muss gegen hochmoderne Technik ausgetauscht werden: "Für die jetzige Schaltanlage gibt es keine Ersatzteile mehr. Sollten wichtige Komponenten kaputt gehen, würden große Teile Grevenbroichs im Dunkeln liegen", schildert Peitz den schlimmsten Fall. Das Projekt "Erneuerung" lässt sich der Versorger gemeinsam mit der NVV einiges kosten: zwei Millionen Euro.

"Dieses Vorhaben muss gut geplant werden", sagt Horst Rüdiger, der beim GWG für die Sparte Netzbetrieb verantwortlich ist. Schließlich darf es in gut der Hälfte aller Haushalte im Stadtgebiet zu keinen Stromausfällen kommen, wenn das alte Werk dem Erdboden gleich gemacht wird. Der Plan: Während der Bauarbeiten sollen die Kunden hauptsächlich über die Umspannanlage in der Nähe des alten Zuckerfabrik-Geländes in Wevelinghoven mit Energie versorgt werden.

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Per Knopfdruck ist das allerdings nicht zu machen: "Da steckt viel Vorarbeit drin", weiß Willi Peitz. Um die Versorgung aus der Nachbarschaft sicherzustellen, müssen entlang der Von-Goldammer-Straße und der Kreisstraße 10 provisorische Leitungen verlegt werden. "Wir werden dafür ein Bohrspülgerät einsetzen", erklärt Peitz. Die Vorteile aus seiner Sicht: "Die Arbeiten gehen schneller voran, der Eingriff in die Landschaft hält sich in Grenzen."

Im nächsten Winter soll die neue Anlage ans Netz gehen. "Sie wird deutlich kleiner als das vorhandene Werk", meint der GWG-Geschäftsführer mit Blick auf die Planung. Die neue Technik ist viel kompakter als die bisherige und braucht weniger Platz. "Das Werksgebäude wird dementsprechend kleiner ausfallen", betont Willi Peitz.

Das Vorhaben ist das erste große Projekt des "neuen" GWG. Zum Anfang des Jahres wurde der bisherige Gas- und Wasserversorger um die Sparte Strom erweitert.

(NGZ)