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Grevenbroich: Millionen für Gewässerschutz

Grevenbroich : Millionen für Gewässerschutz

Der Erftverband investiert 3,6 Millionen Euro in den Gewässerschutz am Neuenhausener Graben, gestern starteten die Bauarbeiten. Unter anderem entsteht ein neues Filterbecken. Fischsterben wie 2009 soll es nicht mehr geben.

Die Arbeiten für ein 3,6-Millionen-Euro-Projekt haben gestern begonnen: Der Erftverband verstärkt den Hochwasser- und Gewässerschutz des Bendgrabens. Ein Jahr lang dauern die Arbeiten, Anlieger in Neuenhausen müssen zeitweise mit Beeinträchtigungen rechnen.

Die alten Regenrückhaltebecken an der Main- und an der Willibrordusstraße stammen aus den 60er Jahren, entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik. Bei starkem Regen gab's immer wieder Probleme: Schmutz- und Regenwasser strömte in erheblicher Menge in den Neuenhausener Graben — viel zu viel fürs kleine Gewässer.

2008 und 2009 war es zudem wegen Störungen zu Fischsterben im Graben gekommen. Schmutzwasser hatte den Tieren den Sauerstoff genommen. Das soll es künftig nicht mehr geben. Westlich der Landstraße 361 errichtet der Erftverband jetzt ein so genanntes Retentionsbodenfilterbecken. Das rund 1200 Quadratmeter große Becken kann 3590 Kubikmeter Wasser fassen. Das Projekt umfasst darüber hinaus den Neubau eines Regenüberlaufbeckens an der Mainstraße sowie die Sanierung des Stauraumkanals an der Willibrordusstraße mit einem neuen Abschlagbauwerk an der Kreuzung von Rheinstraße und Hauptstraße. Außerdem saniert der Erftverband Kanäle.

Bei starkem Regen wird das mit Schmutzwasser vermischte Regenwasser künftig zunächst in den Regenüberlaufbecken mechanisch gereinigt und fließt dann ins neue Bodenfilterbecken, das zwei Funktionen erfüllt. Das Mischwasser wird in einer Filterschicht aus feinem Sand, die mit Schilf bepflanzt ist, weiter gereinigt. "80 bis 90 Prozent der Schmutzstoffe werden herausgefiltert", hatte Heinrich Dahmen vom Erftverband im Umweltausschuss erläutert. Geruchsbelästigung sei ebenso wenig zu befürchten wie eine Mückenplage wie vor einigen Jahren in Allrath. Außerdem wird das Wasser vom Filterbecken künftig nur stark gedrosselt in den Graben geleitet. Das Land fördert den Bau des Bodenfilters mit 1,2 Millionen Euro.

Als erstes entsteht eine Baustraße zur L 361. Danach folgen Erdarbeiten für die Becken und der Stahlbetonbau sowie im Frühsommer der Kanalbau in der Rhein- und Hauptstraße. Der Erftverband versichert, dass er Beeinträchtigungen für Anlieger möglichst gering halten will. Fußgänger und Radler können die Unterführung der L 361 nahe des Sportplatzes an der Mainstraße weiter nutzen. Der Anliegerverkehr im Bereich der Baustelle wird mit Einschränkungen und einseitiger Zufahrt aufrecht erhalten. Auch Änderungen bei den Fahrstrecken der Müllabfuhr sollen den Anliegern rechtzeitig mitgeteilt werden.

(NGZ/rl)