Grevenbroich: Messwerte kein Argument für L 361n

Grevenbroich: Messwerte kein Argument für L 361n

Grevenbroicher Grüne nehmen Stellung zu Stickoxid-Werten an Talstraße.

Das Ergebnis der Stickoxid-Messungen an der Talstraße in Kapellen ist für die Grevenbroicher Grünen kein Argument für den Bau der Ortsumgehung. "Die ermittelten Werte belegen eindeutig, dass der Betrug am Dieselfahrer ungebremst weitergeht", sagt Sprecher Peter Gehrmann.

Nach den im Februar vorgenommenen Messungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) liegen die Stickoxid-Werte mit 32,1 nur knapp unter dem gesetzlich festgelegten Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. "Verantwortlich für die hohen Werte ist die Abschaltung der Abgasreinigung von Dieselfahrzeugen zum ,Schutz des Motors' bei niedrigen Temperaturen", sagt Gehrmann. Auf diese Weise würden zum Beispiel Euro-6-Dieselfahrzeuge im Winter bis zum 17,2-fachen des erlaubten Grenzwertes ausstoßen. "Die noch beim Dieselgipfel kurz vor der Bundestagswahl von der schwarz-roten Koalition als Lösung des Stickoxid-Problems hochgepriesenen Software-Upgrades sind also wirkungslos verpufft", meint Gehrmann. Dass die Kapellener Initiative "Pro O" schlussfolgere, dass der Dieselbetrug durch den Bau einer Umgehungsstraße geheilt werde, könne er nicht nachvollziehen. "Die Euro-6-Dieselfahrzeuge können die 2011 von der EU beschlossenen Grenzwerte nicht einhalten", sagt Peter Gehrmann: "Es wird ohne eine technische Nachrüstung zu Fahrverboten kommen. Auch der Bau einer L 361n kann das nicht verhindern."

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Nachdem die an der Talstraße ermittelten Stickoxid-Werte veröffentlicht wurden, hatte die Kapellener Initiative "Pro Ortsumfahrung" sowohl Verwaltung als auch Politik zum Handeln aufgefordert. Damit seien die gesundheitsgefährdenden Auswirkungen des Verkehrsaufkommens von werktäglich 10.000 Fahrzeugen erstmals offiziell festgestellt worden", sagte Sprecher Leo Krüll. Die Belastungen für die Anwohner müssten verringert werden.

(NGZ)