1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Mehr Touristen in der Stadt

Grevenbroich : Mehr Touristen in der Stadt

Der Tagebau, die Erft und die zentrale Lage machen die Stadt für Touristen attraktiv: Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Übernachtungen in der ersten Jahreshälfte um 29,4 Prozent. Einige der Reisenden kommen aus China.

Brigitte Reibel hat deutlich mehr zu tun. "Vor allem bei der Zimmervermittlung", sagt die Vorsitzende des Verkehrsvereins. Der Grund: In Grevenbroich nächtigen immer mehr Touristen. Bei den Gästeübernachtungen hat die Stadt im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres um 29,4 Prozent zugelegt, bei den Gästen aus dem Ausland beträgt die Steigerung 28 Prozent. Das teilt das Statistische Landesamt mit. "Jeder Reisende bringt Geld in die Stadt. Das ist gut für den Einzelhandel und die Gastronomie", sagt Reibel.

Auch die Zahl der Betten und der geöffneten Betriebe, die Übernachtungsmöglichkeiten anbieten, hat laut Statistischem Landesamt zugenommen. In den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres waren es zehn Betriebe mit 443 Betten, im Vergleichszeitraum dieses Jahres zwölf Betriebe mit 587 Betten.

Bei den Reisenden aus dem Ausland handelt es sich vor allem um Gäste aus den Niederlanden, Dänemark und China. Letztere bleiben zwar in der Regel nur eine Nacht, trudeln dafür aber regelmäßig in der Stadt ein. Allein im Hotel Montanushof sind es rund 100 chinesische Gäste pro Woche. Grevenbroich ist eine Station für die Reisenden aus dem asiatischen Wirtschafts-Boom-Land auf ihrer "Zehn Länder in sechs Tagen"-Tour durch Europa.

Wer so viel in so kurzer Zeit sehen möchte, kann schon mal durcheinander kommen. Andrea Dippner, Geschäftsführerin des Hotels Monatnushof, hat mit den chinesischen Gästen auch schon Kurioses erlebt. "Sie halten Grevenbroich ja mehr oder weniger für einen Vorort von Köln. Es ist schon vorgekommen, dass sie die Kirche St. Peter und Paul fotografiert haben und für den Kölner Dom hielten", sagt sie und lacht. Das Missverständnis lässt sich rasch aufklären. Die Fotos von St. Peter und Paul bleiben trotzdem in den Digitalkameras gespeichert — und werden dann, wieder zu Hause in China, stolz gezeigt. "Eine Europareise ist für die Chinesen ein Status-Symbol", meint Dippner.

Doch auch aus dem Inland kamen in diesem Jahr deutlich mehr Touristen. "Viele davon sind mit dem Rad unterwegs und bleiben drei bis vier Tage in der Stadt", sagt Brigitte Reibel. Auch bei Senioren stehe die Schlossstadt in der Gunst weit oben. "Sie unternehmen Wanderungen entlang der Erft und schauen sich zum Beispiel den Tagebau an." Die BoA-Baustelle lockt zudem viele Montagearbeiter an. Auch diese tauchen in der Tourismus-Statistik auf.

Viele Reisende entscheiden sich auch wegen der Lage für Grevenbroich. "Sie unternehmen von hier aus Tagesausflüge nach Köln, Düsseldorf, Aachen oder Monschau", erklärt Andrea Dippner.

(NGZ)