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Grevenbroich: Mehr Platz für Wohnmobile

Grevenbroich : Mehr Platz für Wohnmobile

Grevenbroich soll künftig zum Ziel von Wohnmobil-Touristen werden. Das hat sich Werner Amian vorgenommen. Ein möglicher Standplatz für die rollenden Urlaubsheime: das Telekom-Gelände an der Nordstraße.

Mit seinem Wohnmobil hat Werner Amian Frankreich, Italien und Ostdeutschland bereist — zum Beispiel "in Brandenburg gibt es viel zu entdecken", sagt der 61-Jährige. Der Ruheständler ist seit 2009 Präsident der Reisemobil-Union mit bundesweit 1700 Mitgliedern. Viel zu sehen gebe es auch in Grevenbroich, aber bei der Infrastruktur für Wohnmobil-Touristen "ist die Stadt unterentwickelt. Andere Kommunen am Niederrhein bieten viel mehr", so Amian.

Der Wevelinghovener will das ändern, die Schlossstadt für Wohnmobil-Fahrer interessanter machen. "Wir haben schließlich viele Sehenswürdigkeiten und Ziele zu bieten — Schloss Hülchrath und Schloss Dyck etwa oder die Museumsinsel Hombroich in Neuss." Und von den Besuchern profitiere auch die Stadt. "Jeder Reisemobilist gibt 25 bis 36 Euro am Tag aus, das ist Kaufkraft", so Amian.

Die fließt zurzeit eher in andere Kommunen, die Infrastruktur für Wohnmobil-Touristen ist in Grevenbroich spärlich: "Wir haben zwar einige mit Schildern ausgewiesene Stellplätze am Bend zwischen der ,Spielspinne' und dem Roten Kreuz. Doch dort können Reisemobilisten weder gegen Gebühr Schmutzwasser ablassen noch Frischwasser tanken, weder die Chemietoilette leeren noch Strom beziehen", so Amian.

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Der Wevelinghovener, der sich bei der Stadt um Städtepartnerschaften kümmerte, hat den Tourismus seit Jahren im Blick. Amian war 25 Jahre lang Verkehrsvereinsvorsitzender, ist Chef des Werberings Wevelinghoven. Und jetzt traf sich der Vorstand der Reisemobil-Union bei ihm zur Sitzung.

Bei alledem bleibt Zeit für Reisen. Amian kennt viele Wohnmobilstellplätze. In Goch und anderen Niederrhein-Städten gebe es etwa gut ausgestattete Anlagen mit Strom, Wasser, Duschen und mehr. Grevenbroich soll nun nachziehen, der Vorschlag des Präsidenten: "Private oder ein Verein könnten ein solches Angebot möglichst in City-Nähe schaffen." Einen Interessenten gibt es bereits: Peter Theo Schäfer (31), Betreiber einer Sixt-Autovermietung. "Ich habe an der Nordstraße das frühere Telekom-Gelände erworben — insgesamt 6000 Quadratmeter." Ein "Landidyll" sei der Platz nicht, aber "wir liegen verkehrsgünstig, das Areal ist eingezäunt und videoüberwacht." Auch Toiletten und Duschen könnten eingerichtet werden. Entscheidungen stehen noch aus, eine Unternehmensberatung erarbeitet derzeit für Schäfer ein Konzept.

(RP)