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Grevenbroich: Mehr Platz für Windräder

Grevenbroich : Mehr Platz für Windräder

Zahlreiche Firmen wollen Windräder in Grevenbroich bauen – darunter auch RWE und GWG. Doch dazu muss die Verwaltung erst neue Windparks ausweisen. Zustimmung erhielt sie bereits von den Planungspolitikern.

Grevenbroich setzt weiterhin auf Energie-Erzeugung: Aktueller Favorit ist Windenergie. Dazu sollen jetzt neue Konzentrationsflächen im Stadtgebiet ausgewiesen werden. Denn der bisherige Raum ist fast vollständig ausgenutzt – und viele Unternehmen würden gern hier ihre Windkraftanlagen errichten. "Uns erreichen Anfragen aus ganz Deutschland", bestätigt Rathaus-Sprecher Andreas Sterken. Doch auch Unternehmen mit Grevenbroicher Adresse wie RWE oder GWG wollen in die Windrad-Riesen investieren.

"Das Thema Windenergie ist aktueller denn je", sagte Technischer Dezernent Werner Hoffmann vor den Grevenbroicher Planungspolitikern. Gründe seien der geplante Atomausstieg der Bundesregierung und die Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima. Hoffmann erinnerte daran, dass die Verwaltung bereits 1998 auf der Vollrather Höhe ein Feld für Windkraftanlagen ausgewiesen habe. Damit sollte verhindert werden, dass die Windräder auch auf anderen Flächen errichtet werden könnten und dass dadurch die "Landschaft verspargelt" werde. "Andere Städte haben weniger vorausschauend geplant, sagte Werner Hoffmann.

Doch jetzt müssen in Grevenbroich neue Flächen gefunden werden. Ein Fachbüro soll diese Aufgabe übernehmen und das gesamte Stadtgebiet überprüfen. "Wir haben jetzt erst eine Interessenbekundung im Planungsausschuss eingeholt; die Entscheidung auf politischer Ebene muss noch fallen", so Werner Hoffmann. Der Standort Vollrather Höhe sei bereits stark ausgelastet, doch eine Erweiterung sei noch möglich. "Hier laufen zurzeit die Voruntersuchungen", so der Dezernent. Über das Ergebnis sollen die Planunsgpolitiker bei einem Ortstermin mit der Firma Windtest im September informiert werden. "RWE hat Interesse an mehreren Standorten gezeigt, etwa an einer Fortsetzung der Königshovener Höhe, an eine Fläche angrenzend an Jüchen und an einem Bereich zwischen Korschenbroich und Hemmerden/Busch", sagt Hoffmann. In Jüchen, auf einem 45 Hektar großen Areal im rekultivierten Tagebau Garzweiler, hat die Kommune eine Konzentrationsfläche ausgewiesen. Dort plant die Firma "BMR Energy Solutions" vier je 180 Meter hohe Windräder.

Die Windenergie-Pläne begrüßten etwa Holger Holzgräber (SPD) und Wolfgang Kaiser, der für die CDU erklärte: "Wir sind mittlerweile alle grüner als Herr Dorok glaubt". Dieter Dorok (Bündnis 90/Die Grünen) sieht Windenergie als Alternative zur Braunkohle: "Was kommt nach 2045, wenn der Tagebau ausgekohlt ist? Hier sind innovative Ideen gefragt."

(NGZ)