Grevenbroich: Mehr Platz für Windkraft, weniger für Baugebiete

Grevenbroich: Mehr Platz für Windkraft, weniger für Baugebiete

Baugebiete wurden gestrichen, neue Windrad-Flächen eingezeichnet. Die Stadtverwaltung kritisiert den Entwurf des Regionalplanes.

Die Stadtverwaltung hadert mit dem Vorentwurf des Regionalplanes. Denn viele ihrer Wünsche seien in diesem Papier nicht berücksichtigt worden, sagt Bürgermeisterin Ursula Kwasny: "Das betrifft vor allem die Wohngebiete, die wir in den nächsten Jahren für junge Familien realisieren möchten." Diese für die Zukunft der Stadt wichtigen Projekte seien schlichtweg ignoriert worden.

In den nächsten Jahrzehnten sollen im Stadtgebiet rund 700 weitere Häuser entstehen. Dafür wurden bei der Bezirksregierung neue Flächen angemeldet, unter anderem in den Orten Elsen, Elfgen und Neukirchen. "Doch die finden sich im Planentwurf nicht wieder", betont die Bürgermeisterin: "Dagegen werden wir unser Veto einlegen." Nicht einverstanden ist Kwasny auch mit den im Plan eingezeichneten Grünflächen in der Nähe der Ortschaft Vierwinden - genau dort, wo die Stadt weiteres Potenzial für den Bau von Einfamilien- und Reihenhäusern sieht. Gleiches gilt für den Bereich am Hagelkreuz in Stadtmitte.

Die Bürgermeisterin hat die Kritik der Stadtverwaltung an Landrat Hans-Jürgen Petrauschke weitergegeben, der sie in den Regionalrat tragen soll: "Wir wollen, dass unsere Wünsche im weiteren Verfahren berücksichtigt werden", betont Ursula Kwasny. Sonst werde die Entwicklung der Stadt gehemmt.

Äußerst kritisch werden im Rathaus auch die im Vorentwurf des Regionalplans eingezeichneten Flächen für Windräder betrachtet. Obwohl sich der Rat im vergangenen Jahr ausdrücklich gegen den Bau weiterer Rotoren im Stadtgebiet ausgesprochen hatte, sieht die vorläufige Planung insgesamt zehn zusätzliche Standorte vor - etwa rund um Neukirchen und Wevelinghoven sowie in der Nähe von Hemmerden und Busch und auf der Königshovener Höhe. "Das alles wurde äußerst großzügig verteilt. Man hat den Eindruck, dass jede große Ackerfläche für den Bau von Windrädern vorgesehen ist", sagt ein Mitarbeiter der Verwaltung. Das Ziel der Stadt: Die potenziellen Standorte müssten raus aus der Planung. Auch das wurde dem Landrat mitgeteilt.

Die Stadtverwaltung besteht darüber hinaus darauf, dass ein seit Jahren geplantes Nahverkehrsprojekt wieder in die Regionalplanung aufgenommen wird: Der S-Bahn-Ausbau zwischen Grevenbroich und Düsseldorf sei im aktuell vorliegenden Entwurf nicht mehr vorgesehen, betont Kwasny.

Positiv beurteilt die Bürgermeisterin, dass sich der Ausbau der Landstraße 361n zwischen Wevelinghoven und Kapellen im Planvorentwurf wiederfindet. "Das ist eine wichtige Verkehrsverbindung, die wir schon seit vielen Jahren fordern, und die hoffentlich irgendwann einmal verwirklicht werden kann", betont Ursula Kwasny. Gut für Grevenbroich sei auch das entlang der Autobahn 540 eingezeichnete interkommunale Gewerbegebiet, das gemeinsam mit Jüchen realisiert werden soll. "Das sind wertvolle Flächen, auf denen wir neue Betriebe ansiedeln und damit zusätzliche Arbeitsplätze schaffen wollen", so die Verwaltungschefin.

(NGZ)
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