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Grevenbroich: Mehr als 1700 Pilger bei Maria

Grevenbroich : Mehr als 1700 Pilger bei Maria

Mehr als 1700 Menschen pilgerten zur Muttergottes-Statue in Noithausen: Seit 642 Jahren genießt Maria hier höchste Verehrung. Außerdem wurde das 80-jährige Bestehen des Gotteshauses St. Mariä Geburt gefeiert.

Die Marienfigur, die sonst einen Altar im rechten Seitenschiff schmückt, thronte am Sonntag im Altarraum von St. Mariä Geburt, üppig geschmückt mit Blumen und umgeben von brennenden Kerzen. Seit mehr als 642 Jahren wird die Muttergottes verehrt: Sie zieht Pilger aus allen umliegenden Dörfern an — zur soeben beendeten Mariä-Geburts-Oktav fanden mehr als 1700 Menschen den Weg zu der einzigartigen Marienstatue.

Einen krönenden Abschluss nahm die Oktav 2010 am gestrigen Sonntag mit einer Festmesse und einer Prozession mit der Marienfigur durch Noithausen. Dazu wurden auch Direktor Herbert Ullmann und Studenten des Erzbischöflichen Theologenkonvikts Collegium Albertinum zu Bonn erwartet. Beim anschließenden Grillen klang die Oktav dann gemütlich aus. "Manche Leute sieht man jedes Jahr wieder", freute sich Helga Zaudig (60), Vorstandsmitglied der katholischen Frauengemeinschaft (kfd) Noithausen.

"In diesem Jahr feiern wir außerdem das 80-jährige Bestehen unserer Kirche, die am 21. September 1930 eingeweiht wurde", erzählt sie. Gemeinsam mit Pfarrer Ulrich Filler, Agathe Vetten, ebenfalls kfd-Vorstandsmitglied, sowie "zahlreichen helfenden Händen" organisiert Zaudig die Oktav seit vielen Jahren. Jetzt lautete der Leitgedanke: "Des Höchsten heilige Wohnung — 80 Jahre St. Mariä Geburt".

Als Kind dabei, als Senior auch

"Maria symbolisiert eine immerwährende Hilfe. So gibt es Pilger, die schon als Kinder mit ihren Eltern hergekommen sind, und nun als ältere Menschen wieder von ihren eigenen Kindern hierhin gebracht werden, und sei es nur für eine einzige Messe", sagt Helga Zaudig.

Die Auswahl an Messen ist in der Oktav-Woche groß: 19 Pilgermessen, Gottesdienste, Andachten und Vespern fanden zwischen den beiden Sonntagen statt. Die Messen werden von unterschiedlichen Geistlichen zelebriert. So kamen am Montagabend rund 240 Menschen zusammen, um die Pilgermesse mit Primizsegen mit dem Südstädter Kaplan Ulrich Eßer, der erst im vergangenen Juni zum Priester geweiht worden war, zu erleben. "Auch Kindergärten und Grundschulen aus dem gesamten Stadtgebiet nehmen an der Oktav teil", weiß Helga Zaudig, "In diesem Jahr sind 300 Grundschüler zur Muttergottes gepilgert."

Für die Wallfahrer führen viele Wege nach Noithausen: Frauengruppen aus Gustorf, Elsen und Elfgen machten sich zu Fuß auf den Weg, am Dienstag wurden Pilger mit dem Fahrrad aus Wevelinghoven erwartet und im vergangenen Jahr gab es eine Frauengruppe aus Brühl, die per Bus pilgerte. Ein schönes Beisammensein bietet außerdem das Frühstück im Pfarrzentrum, zu dem jeden Morgen eingeladen wird.

(NGZ)