Medienkompetenz am Pascal-Gymnasium Grevenbroich erlangen

Schatzsuche ist nicht bloß Spaß, sie vermittelt die vom Land NRW verlangte Medienkompetenz an Schulen : Per Digitaler Schatzsuche zum Medienpass NRW

Das Land NRW verlangt von Schülern mehr Medienkompetenz. Am „Pascal“ wird sie unter anderem per digitaler Schatzsuche vermittelt.

Für Schüler ist der Umgang mit Smartphone, Computer oder Tablet fast wie ein- und ausatmen zu können – und alltäglich. Diese Gerätschaften einsetzen zu können, bedeutet aber nicht, kompetent im Umgang zu sein. Weil die Digitalisierung nicht nur Segen bringt, sondern Gefahren birgt, fordert das Land NRW Medienkompetenz. Ein sogenannter Medienkompetenzrahmen muss bis 2021 an den Schulen umgesetzt werden.

Seit etwa zwei Jahren gibt es deshalb am Pascal-Gymnasium so genannte Medienscouts. Fabian Berkner und Björn Bach (beide 15) sind zwei von ihnen. „Wir haben Spaß an Medien und kennen uns mit deren Funktion aus“, erklären die Schüler aus der Einführungsphase der Oberstufe. Gängige Portale wie WhatsApp zu erklären, können sie aus dem Effeff, Kenntnisse im Programmieren haben sie ebenso. „Von mir erscheint kein Bild, ohne dass ich es weiß“, erklärt Björn Bach seinen „bewussten Umgang mit sensiblen und persönlichen Daten“. Von Kumpels wissen sie, wie fies Cybermobbing sein kann, „wessen Profil öffentlich zugänglich ist, dessen Bilder und Videos können auch Unbekannte kommentieren“, erklären sie die „bewusste Schocktherapie“. Quasi auf Augenhöhe kommunizieren sie mit Mitschülern, „das ist einfach etwas ganz anderes als mit Lehrern oder Eltern zu reden“. Und aus eigenem Erfahrungsschatz versuchen Björn und Fabian auch zu vermitteln, „warum es sich lohnt, wählerisch zu sein und nicht alles mitzumachen“.

„Jeder Pascal-Schüler sollte wissen, wie neue Medien funktionieren“, pflichtet Sven Kuhlen bei. Eigentlich für den Physik- und Sportunterricht verantwortlich, vermittelt er mit Kollegin Nina Kern Medienpädagogik. Fächerübergreifend werden immer mal Projekte eingebunden, außerdem gibt es die „Freak AG“, eine Arbeitsgemeinschaft von einem Dutzend besonders Medieninteressierter, und spielerische Elemente wie die digitale Schatzsuche. Sie ist eine Art moderner Schnitzeljagd und auf das Können der einzelnen Jahrgangsstufen zugeschnitten.

An verschiedenen Stationen des Schulgeländes gilt es dabei, Standorte ausfindig zu machen und die jeweils hinterlegten Aufgaben oder Rätsel zu lösen. Dazu wird etwa „Super Mario“ gescannt und über eine sogenannte EntdeckungsApp, neudeutsch Reveal App, die sich die Teilnehmer zuvor herunterladen haben, genutzt. Ausgetüftelt wird einiges, mal geht es um Geografisches mit mathematischem Aspekt wie die virtuelle Rundreise durch Neuseeland, mal gibt es Wissenwertes über Nobel-Preisträger Albert Einstein zu erfahren. Für physikalische Aufgaben wird beispielsweise nicht mit Maßband, sondern einer App gemessen. „Analyse und Reflektion sind besonders wichtig“, verweist der Pädagoge auf die Nachbereitung der Schatzsuche.

Auch das Schuljahrbuch des Gymnasiums, in dem wesentliche Aspekte des Schullebens dokumentiert sind, lässt sich per RevealApp digital entdecken: „Die neuen Medien sind wie eine Schwingtür“, beschreibt Kuhlen die Durchlässigkeit in alle Richtungen. „Kompetenzen, sie sicher für sich zu nutzen, versuchen wir zu vermitteln.“

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