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Grevenbroich: Marktleute kritisieren Ratsbeschluss zum Umzug

Grevenbroich : Marktleute kritisieren Ratsbeschluss zum Umzug

Feiert der Werbering seine City-Feste, muss der Wochenmarkt auf den Zehnthof umsiedeln. Das hat der Rat beschlossen – über die Köpfe der Betroffenen hinweg. "Wir sind mit dieser Entscheidung nicht einverstanden", sagt jetzt der Feinkosthändler Marcos Cavicchiolo stellvertretend für die Marktleute. Denn eine Verlegung der Stände hinter die City-Kirche sei mit Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent verbunden.

Feiert der Werbering seine City-Feste, muss der Wochenmarkt auf den Zehnthof umsiedeln. Das hat der Rat beschlossen — über die Köpfe der Betroffenen hinweg. "Wir sind mit dieser Entscheidung nicht einverstanden", sagt jetzt der Feinkosthändler Marcos Cavicchiolo stellvertretend für die Marktleute. Denn eine Verlegung der Stände hinter die City-Kirche sei mit Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent verbunden.

"Wir kommen zwei Mal in der Woche nach Grevenbroich, stehen bei Wind und Wetter auf dem Markt, um die Bürger mit frischen Waren zu versorgen. Das ganze Jahr über verdient die Stadt an uns, weil wir Standgebühren zahlen", erklärt Cavicchiolo. Vor diesem Hintergrund sei es ihm rätselhaft, warum die Marktleute vor dem Ratsbeschluss nicht nach ihrer Meinung gefragt wurden. "Uns geht das doch wohl am ehesten an", sagt der Händler.

Dass der Anstoß zur Marktverlegung ausgerechnet von der SPD kam, wundert Marcos Cavicchiolo: "Ministerpräsidentin Hannelore Kraft setzt sich ein, um die Tradition der Wochenmärkte aufrecht zu erhalten — und in Grevenbroich wird das Gegenteil getan." Denn eine Verlegung vom traditionellen Standort zum Zehnthof würde den Händlern weh tun: "Wir mussten schon zwei Mal dorthin umsiedeln und hatten nur die Hälfte an Einnahmen. Obwohl dieser Platz nur 100 Meter vom Markt entfernt liegt, kamen deutlich weniger Kunden", so der gebürtige Brasilianer.

Die städtische Ordnungsdezernentin Barbara Kamp prüft zurzeit, wie die überraschend schnell getroffene Ratsentscheidung umgesetzt werden kann. Unter anderem muss noch die Frage der Rettungswege geklärt werden, da der Zehnthof in der Regel für die Feuerwehr freigehalten werden muss. Zudem ist offen, wer die Kosten für die nicht vorhandene Stromversorgung am Zehnthof tragen wird.

Der Rat hat die Umsiedlung zunächst einmal für das Frühlings- und das Herbstfest sowie für den Adventszauber beschlossen. Vertagt wurde die Frage, wohin die Stände während der Weihnachtsmarkt-Zeit verlegt werden sollen. Bisher wurden Obst, Gemüse, Fisch, Käse und andere Spezialitäten in der Adventszeit zwei Mal wöchentlich auf der Breite Straße angeboten, nach dem SPD-Antrag soll das künftig ebenfalls am Zehnthof geschehen.

"Auch das wird zurzeit von der Ordnungsbehörde geprüft", erklärt Barbara Kamp auf Anfrage unserer Zeitung. In der nächsten Ratssitzung am Donnerstag, 23. Mai, wird sie den Politikern das entsprechende Ergebnis vorlegen.

(wilp)