Grevenbroicher Unternehmer erschließt neue Märkte : Luxus-Zelt für Events in ganz Europa

Was aussieht wie eine schicke Villa, ist nichts anderes als ein Zelt. Hans-Georg Späth aus Noithausen will damit neue Märkte für sein Unternehmen erschließen. Der 55-Jährige hat Mode- und große Sportveranstaltungen im Blick.

Eine hochmoderne Villa aus Glas und Aluminium – das ist der erste Eindruck, den die neueste Investition von Hans-Georg Späth (55) hinterlässt. Auch auf den zweiten Blick würde kaum jemand vermuten, dass hinter dem gut acht Meter hohen, anthrazitfarbenen Gebäude ein Zelt steckt. Die gesamte Konstruktion erinnert eher an eine schicke Großstadt-Immobilie. Vermutlich ist das auch der Grund dafür, dass das Zelt den Namen „Manhattan“ trägt.

Hans-Georg Späth (55) hat sich auf Zelte und Hallen spezialisiert. Foto: Woitschützke, Andreas (woi)

Was der zweigeschossige Edel-Planenbau gekostet hat, will der Noithausener Unternehmer nicht verraten. „Es ist eine Investition in die Zukunft“, sagt Zeltverleiher Späth. Denn mit der Neuanschaffung will der 55-Jährige weitere Märkte für sich eröffnen. Und das sind hochklassige Veranstaltungen – etwa im Motor-, Golf- und Reitsport, und das europaweit. Für die nächste „Bauma“, die Weltleitmesse für Baumaschinen in München, ist das Zelt bereits gebucht worden. Und auch die Modebranche will es für ein Event an der italienischen Riviera haben. Mit seinem Angebot, sagt Späth, ist er im Umkreis von 300 Kilometern noch konkurrenzlos.

Sechs Sattelzüge werden für den Transport benötigt. „Acht Monteure benötigen etwa drei Tage für den Aufbau“, berichtet der Unternehmer. Zum Vergleich: Ein normales Schützenzelt bewältigt die gleiche Crew in gut acht Stunden. Im Inneren von „Manhattan“ ist reichlich Platz: Im Erdgeschoss stehen 375 Quadratmeter zur Verfügung, in der darüber liegenden Etage noch einmal genau so viel. Der Clou: Das Obergeschoss ist mit einer großen, überdachten Außenterrasse versehen, die noch mit einer Reling aus Edelstahl ausgerüstet werden muss. Ideal zum Cocktailschlürfen.

Innen werden die Holzböden mit Teppichen verkleidet, Wände und Decken erhalten einen weißen Stoffbezug – alles soll letztendlich edel aussehen, sagt Hans-Georg Späth. Das treffe auch auf die Möblierung zu, die auf die Wünsche der Kunden ausgerichtet werden könne. „Wir arbeiten mit einem Unternehmen zusammen, das ein großes Repertoire an Möbeln hat“, berichtet er.

Das Unternehmen, das seinen Firmensitz am Noithausener Ortseingang hat, beschäftigt derzeit 34 Mitarbeiter, darunter 26 Monteure. Schützenfeste werden ebenso mit Zelten ausgerüstet wie Discounter, die zusätzlichen Platz für besondere Warenpräsentationen benötigen. „Wir haben in unserem Metier die Leistungsgrenze erreicht. Jetzt versuchen wir, mit neuen Ideen weitere Märkte zu erschließen“, begründet Hans-Georg Späth den Kauf des Luxus-Zeltes, mit dem er sich ein Alleinstellungsmerkmal gesetzt hat.

Was die Zukunftsfähigkeit seines Unternehmens betrifft: Der clevere Noithausener reagiert auf mögliche Beschwerden über Lärm, die von Festzelten ausgehen können. In seinem Auftrag wurde eine zehn Meter hohe Lärmschutzwand konstruiert, die sich noch in der Testphase befindet. Der Vorteil: Sie ist transportabel und kann zusammen mit dem Zelt geliefert werden. „Beschwerden über Lärm sind zwar nicht unser Problem“, sagt Hans-Georg Späth. „Aber wir wollen den Veranstaltern, also unseren Kunden, Lösungen anbieten.“