1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Lokführer-Streik: Bahn-Pendler mussten warten

Grevenbroich : Lokführer-Streik: Bahn-Pendler mussten warten

Der Lokführer-Streik legte am Donnerstag auch am Grevenbroicher Bahnhof den Verkehr zum großen Teil lahm. Etliche Fahrgäste warteten eine Stunde und mehr auf den Zug. Viel Kritik gab's an der Informationspolitik der Bahn.

Unangenehm zieht's auf dem Bahnsteig, etwa zehn Fahrgäste haben sich hinter die schützende Glaswand des Treppenaufgangs zurückgezogen. "Ich habe kalte Füße", sagt Ozlem Türk. Die 33-Jährige muss zur Arbeit nach Köln – rechtzeitig schaffen kann sie es nicht mehr. "Wegen der Streiks bei der Bahn habe ich schon Minus-Stunden. Der Zug um 9.02 Uhr ist ausgefallen – und der eine Stunde später soll jetzt 20 Minuten Verspätung haben", erzählt sie verärgert.

Abenteuer Deutsche Bahn: Der Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) am Donnerstag von 4 bis 10 Uhr im Personenverkehr hatte massive Folgen in Grevenbroich – etliche Züge fielen aus. "Es gab erhebliche Beeinträchtigungen auf der RB 38 zwischen Düsseldorf und Köln", bestätigt ein Bahnsprecher in Düsseldorf. Bundesweit fielen rund 2800 Züge im Nah- und Regionalverkehr aus, ein Streik-Schwerpunkt in NRW bildete die Kölner S-Bahn.

Doch auch viele Züge der Regionalbahn 38 verkehrten nicht. "Ich warte seit über einer Stunde. Das ist nicht in Ordnung", erklärt Friedhelm Meger (42) aus Bedburg-Kaster im Bahnhof. "Ich habe eine Monatskarte für 78,20 Euro gekauft. Da erwarte ich, dass die Züge auch fahren." Einerseits habe er Verständnis für die Lokführer – "doch wir hatten doch schon mehrere Streiks, und immer noch gibt es kein Ergebnis".

Ein junger Mann hat es – endlich – geschafft: "Zuerst musste ich in Korschenbroich auf die S-Bahn warten, dann stand ich eine Stunde am Neusser Bahnhof." Ein Wechselbad der Gefühle erlebt in Grevenbroich Günther von Dahlen (61) aus Jüchen. Er will zum Köln-Bonner Flughafen, darf seinen Flieger nicht verpassen. "Ich kann nur Positives berichten", sagt er zunächst. "Ich habe bei der Bahn angerufen, erhielt sofort die Auskunft, dass der Zug um 10.02 Uhr fährt."

Wenige Minuten später die Lautsprecherdurchsage: Wegen eines Fahrzeugschadens habe der Zug 20 Minuten Verspätung. "Wieso informiert die Bahn uns erst drei Minuten vor der planmäßigen Abfahrt", fragt von Dahlen, der sich aber zum Warten entschließt. "Wenn es wirklich bei 20 Minuten bleibt, schaffe ich es gerade noch". Viele Bahnkunden kritisieren mangelnde Information. "Im Internet war der Zugausfall vermerkt, doch zur Verspätung des folgenden Zuges gab's keinerlei Hinweis", ärgert sich Cornelia Labonde (49). Immer wieder fragen Fahrgäste am Schalter des Reisebüros im Bahnhof nach.

Service-Personal der DB ließ sich nicht blicken. "Bei einem solchen Streik haben wir nicht genügend Personal, um überall präsent zu sein", so der Bahnsprecher. Laut Bahn hat sich nach Streikende um 10 Uhr der Schienennahverkehr relativ schnell normalisiert – zu spät für Ozlem Türk und viele andere.

(NGZ)