Grevenbroich: Lokal in Erfthalle geschlossen

Grevenbroich : Lokal in Erfthalle geschlossen

Das Erfthallen-Restaurant ist geschlossen, Pächter Peter Horn akzeptierte einen neuen Vertrag mit nur dreimonatiger Kündigungsfrist nicht. Am Donnerstag steht im Rathaus ein Gespräch mit einem Interessenten für die Halle an.

Seit 2010 ist der große Saal in der Erfthalle wegen Brandschutzmängeln geschlossen, Jetzt wird's dort noch stiller: Das Restaurant Erfthalle ist geschlossen, Besucher standen überrascht vor verschlossenen Türen. Pächter Peter Horn räumt seinen Anteil der Möbel aus. Und er ist empört über die Stadt: "So geht man mit seinen Pächtern nicht um."

Vor elf Jahren hatte Horn (74) das Restaurant übernommen. "Die Resonanz war gut, 40 Vereine trafen sich bei uns." Natürlich habe er die Schließung des Saals, den er bewirtschaftete, gespürt. "Aber etwa für den ersten Weihnachtsfeiertag waren wir Monate vorher ausgebucht".

Im September erhielt er Post von der Stadt — die kündigte den Pachtvertrag zum Jahresende. "Man legte mir einen neuen Entwurf mit dreimonatiger Kündigungsfrist vor", berichtet Horn. "Den konnte ich nicht akzeptieren. Viele Kunden planen ihre Hochzeiten oder andere Feiern viele Monate vorher. Ich hätte solche Reservierungen bei dieser Kündigungsfrist gar nicht verlässlich zusagen können." Nach einem Gespräch mit Stadtvertretern am Freitag "war ich so sauer, dass ich gar nicht mehr aufgemacht habe", so Horn.

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Im Rathaus erklärt Dezernent Claus Ropertz: "Wir haben ein neues Angebot gemacht, das sich nur bei der Kündigungsfrist unterscheidet." Grund sei der Ratsbeschluss im September: Die Politiker beauftragten die Verwaltung, Gespräche mit potenziellen Investoren fortzusetzen und bis März das Ergebnis zur Entscheidung vorzulegen.

Die Kündigungsfrist sei mit Blick darauf gewählt. Ropertz: "Wir haben lange auf Antwort gewartet. Ende Dezember schrieb Peter Horn uns, dass er den Pachtvertrag aus gesundheitlichen Gründen nicht erneuere."

Vom plötzlichen Ende überrascht war Hans Brüggen von der Initiative zum Erhalt der Erfthalle. "Wenn das Gebäude erst einmal leer steht und die ersten Scheiben eingeworfen werden, befürchte ich, dass die Stadt mit dem Argument kommt: ,Die Halle muss abgerissen werden, wir wollen keine Ruine'."

Willibert Müller, Ratsherr der Aktiven Bürger aus Neurath, sagt: "Das sieht mir nach Salamitaktik aus." Erbost ist er über die "Informationspolitik der Stadt: "Im Rat wurde auf meine Anfrage erklärt, der Vertrag werde zum Jahresende gekündigt. Am Tag darauf wurde dem Pächter ein neuer Vertrag angeboten. Das hätte der Politik gesagt werden müssen." Müller sieht durch die Schließung "eine Minderung der Lebensqualität für Frimmersdorfer" — und befürchtet, "das mit Haus Neurath das gleiche passiert".

Wie geht's mit der Halle weiter? In wenigen Tagen führt Bürgermeisterin Ursula Kwasny ein Gespräch mit einem Gastronom, der an der Übernahme der Erfthalle interessiert sein soll. Nach Information der NGZ betreibt er ein Restaurant im Rhein-Erft-Kreis.

(NGZ)
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