Grevenbroich: Letzte Ehre für Bernrath

Grevenbroich : Letzte Ehre für Bernrath

Mehr als 400 Trauergäste aus Politik, Gesellschaft und Vereinen nahmen am Freitag in St. Martinus Abschied vom langjährigen Bürgermeister Hans Gottfried Bernrath. Er wurde auf dem Wevelinghovener Friedhof beigesetzt.

Mehr als 400 Menschen nahmen am Freitag in der katholischen Pfarrkirche St. Martinus Abschied von Hans Gottfried Bernrath, über 15 Jahre Bürgermeister in Grevenbroich. In dem Gotteshaus, in dem der SPD-Politiker 1963 seine Frau Ruth geheiratet hatte, gestaltete Pfarrer Harrie de Zwart eine sehr persönliche Trauerfeier. Heiner Küpper, der als Stadtdirektor zusammen mit "HGB" die Stadt geführt hatte, verabschiedete sich mit tränenerstickter Stimme und einem "Glück auf" von "meinem väterlichen Freund". Bernrath (83) war in der Nacht zum Samstag nach langer Krankheit gestorben.

Die Trauerfeier fand in der katholischen Pfarrkirche St. Martinus statt. Foto: Stefan Büntig

Als Bürgermeister von 1979 bis 1994 — Bernrath führte die Schloss-Stadt nach der kommunalen Neugliederung zusammen — beeindruckte der überzeugte Sozialdemokrat auch Politiker anderer Fraktionen: Wer heute Grevenbroich besucht, sieht Projekte der Landesgartenschau, das Rathaus, die beiden Unterführungen, die Fußgängerzone oder den Montanushof — Vorhaben, die "HGB" vorantrieb. Dabei, so die Einschätzung von Wegbegleitern, ging es ihm stets um die Sache und nicht um die eigene Person. Bernrath wurde für "sein soziales Engagement ebenso geschätzt wie für seine fachliche Kompetenz", betonte Harrie de Zwart, langjähriger Pfarrer aus Gustorf. Er erinnerte daran, wie der frühere Bürgermeister sich dafür eingesetzt hatte, dass die Kopie der Gustorfer Chorschranken und ein Messkelch den Erftdom schmücken konnten.

Auch Ex-NRW-Innenminister Fritz Behrens erwies Hans Gottfried Bernrath die letzte Ehre. Foto: Stefan Büntig

Bekannt war der frühere Bürgermeister für seine Gradlinigkeit, seine Kompetenz und für seine ausdauernde Hartnäckigkeit: Hatte er sich etwas in den Kopf gesetzt, ließ Hans Gottfried Bernrath nicht locker. Dabei war ihm der "kleine Mann" stets wichtiger als Menschen aus der Führungsetage. Bernrath, als Bundestagsabgeordneter und späterer Personalchef der Post-Holding erfolgreich, galt als Netzwerker — Kontakte, die der Bundesverdienstkreuz-Träger auf politischer Ebene ebenso zu nutzen wusste wie im Vereinsleben.

Unter den zahlreichen Trauergästen waren neben Bürgermeisterin Ursula Kwasny und Vertretern Edmund Feuster und Bertram Graf von Nesselrode politische Weggefährten wie Heinz Hilgers (früherer Bürgermeister aus Dormagen), Detlef Zenk (SPD Dormagen) oder Heiner Küpper (ehemaliger Stadtdirektor von Grevenbroich) und Vertreter der Schützen, Sportvereine, Feuerwehr und Hilfsorganisationen. Nachdem die Standarten der Schützen aus der Kirche getragen wurden, wurde jede einzeln am offenen Grab zum letzten Gruß gesenkt: "Hans Gottfried, wir werden Dich nicht vergessen." Danach verabschiedeten sich die Familienmitglieder mit weißen Rosen vom Ehemann, Vater und Verwandten.

(NGZ)