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Lesen in Grevenbroich: Neuer Bücherschrank am Markt.

Lesen in Grevenbroich : Neuer Bücherschrank am Markt

Mehr als 300 Schmöker warten ab sofort neben St. Peter & Paul auf Leser. Wer sich ein Buch aus dem Bücherschrank heraus nimmt, sollte dafür ein eigenes einstellen. Die Idee hatten Renate und Wolfgang Norf.

Der Schrank wirkt - gleich von Anfang an. Der leitende Pfarrer Meik Schirpenbach kommt mit einem Stapel Bücher unter dem Arm von rechts, Bürgermeister Klaus Krützen naht mit seinen Schmökern von links – und prompt kommen beide Herren miteinander ins Gespäch. Mehr noch: Ein Buch über Grevenbroich findet sogleich Schirpenbachs Interesse. Es kommt also gar nicht erst zu den rund 300 Büchern, die seit Mittwoch neben St. Peter und Paul am Rande des Marktplatzes auf Abnehmer warten.

Der Bücherschrank geht auf die Idee eines Grevenbroicher Ehepaars zurück: Renate und Wolfgang Norf sind echte Leseratten, die jede Menge Bücher verschlingen, aber keines auf den Müll werfen möchten. „Daher schwärmen wir immer in die Umgebung aus, um unsere Lektüre in die öffentlichen Bücherschränke zu stellen – etwa in Hülchrath, Allrath oder Rommerskirchen“, sagt Norf, der Seniorenbeauftragter und Chef der Existenzhilfe ist. Mit der Idee, einen „Bücher to go“-Service auch in der Innenstadt anzubieten zu wollen, sprachen die Norfs bei Bürgermeister Klaus Krützen vor – und der gab sein Okay. Maik Schirpenbach sagte ebenfalls spontan ja, denn formell steht der Bücherschrank am katholischem Grund und Boden.

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Der edlen, grauen Hülle mit großer Glasscheibe sieht man erst auf den zweiten Blick, dass sie am Grevenbroicher Markt ihre zweites Leben beginnt. Im ersten Dasein diente sie als magentafarbene Telefonzelle – zu einer Zeit vor dem allgegenwärtigen Handy. Ein Spediteur hat die Kabine aus Berlin in die Schlosstadt geschafft.

Mit Hilfe fleißiger Hände wurde die Telefonzelle in den vergangenen Wochen geschmirgelt, ausgebessert und mit einem neuen Anstrich versehen. Lars Krüger vom Design-Studio Dembinski, gab dem Ganzen noch den letzten optischen Schliff, indem er das Häuschen mit passenden Schriftzügen versah. Im Inneren der Zelle gibt es aber noch einiges zu tun: Dort müssen Regale aus Aluminium eingebaut werden.