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Lenora Gewandungen gehen aus Atelier in Frimmersdorf in die ganze Welt

Elfen, Fabelwesen und Piraten : Grevenbroicherin entwirft fantastische Kostüme

Anziehen muss sich jeder. Soll es mal die besondere Gewandung sein, kreiert Nicole Busch Fabelhaftes. In ihrem Atelier entstehen Outfits für Waldelfen, Zauberer und Piraten – und Hochzeitskleider.

Die Kreaturen John Ronald Reuel Tolkiens gehören ebenso zu ihren erklärten Lieblingswesen wie Piraten im Stile von Cäpt’n Hook. „Sie sind freie, unabhängige Charakter und leben ihr eigenes Leben – ohne darauf zu achten, was andere dazu sagen“, erklärt Nicole Busch. Die studierte Mode-Designerin ist selbst ein solcher Freigeist. „Ich bin immer meinem Traum gefolgt, und habe alles daran gesetzt, ihn leben zu können.“ Beruflich designt sie fantastische Kostüme.

Eigentlich wollte die gebürtige Brandenburgerin Meeresbiologin oder Ärztin werden. Als in Klasse acht dann aber ein Schweineauge im Bio-Unterricht seziert wurde, war es mit dieser Idee vorbei. Doch kurz darauf folgte eine Projektwoche. „Aus Müll machte ich Mode. Seitdem habe ich jeden Tag daran gearbeitet, Mode-Designerin zu werden“, sagt sie. Das Nähen hat sich die inzwischen 33-Jährige selbst beigebracht, unterstützt von einer kreativen Tante, „sie schenkte mir säckeweise Stoffe“. Auch ihre Eltern unterstützten sie. „Meine Mutter fuhr mich zum Mappenkursus – der fand 70 Kilometer vom Heimatdorf entfernt in der Nähe Berlins statt“, erinnert sie sich an vor-universitäre Zeiten, als sie bereits jede freie Minute in ihre Ausbildung zur Modemacherin investierte. Zusammen mit etwa 350 Mitbewerbern trat sie nach dem Abi zum Eignungstest als Mode-Designerin an, war unter den 40 Akzeptierten und schloss als eine von zehn 2011 mit dem „Master“-Titel ab.

„Als Mode-Designerin zu arbeiten ist bei weitem nicht so kreativ, wie es angenommen wird“, erinnert sie sich an die Zeit in dem Beruf. Als „Träumerin“ und „Idealistin“, als die sich die Wahl-Frimmersdorferin bezeichnet, wollte sie „nicht fix irgendeinen Look runterdesignen“, der dann in Billiglohnländern realisiert wird. „Das ist absolut nicht meins“, weshalb sie sich auf ihre Ursprünge besann: Auf das Kreative, Phantasievolle, „diese tollen Verkleidungen, mit denen ich als kleines Mädchen rumlief und mit den anderen Kindern Abenteuer erlebte.“ Weil ihr Interesse sich nicht nur um Stoffe und Materialien, sondern ebenso um Kunst und Historisches dreht, Nicole Busch „schon immer gerne eigene Geschichten erfunden hat“, war der Weg zum eigenen Atelier vorgezeichnet. Fantasische Kostüme – inspiriert von angesagten Serien wie Game of Thrones, als Kriegspriesterin, Elfe, Piratenbraut, Zauberin oder im königlichen Gewand – entstehen unter ihrem Label „Lenora Gewandungen“. Die eigenen Ideen in Stoffe umzusetzen oder individuelle Kundenwünsche zu realisieren, bilden den Schwerpunkt der Arbeit. „Proportionen müssen stimmen und das Design zum Kunden und seiner Persönlichkeit passen“, sagt die Modedesignerin über ihre Aufgabe. Im Atelier kommt nichts von der Stange, alles ist handgefertigt. Und fällt der Blick auf Applikationen aus Litzen, Bändern und Perlen, wird klar, wie viele Stunden das braucht.

Fantastische Geschöpfe wie Waldelfen, Zauberer und Hexen werden mit immer neuen Kostümen ausstaffiert. Foto: EosAndy

Per Mund-zu-Mund-Propaganda sprachen sich die Kreationen schnell herum. „Inzwischen fertigen wir für Leute in Europa, Amerika und Russland“, weshalb ihre Homepage inzwischen mehrsprachig ist. Das Atelier in Frimmersdorf fand sie „zufällig – und es war die absolut richtige Entscheidung, hier zu leben“. Denn das beschaulich-schöne Dorfleben „mag ich und schnell bin ich in Großstädten oder Holland“. Auch dort besucht sie Conventions, denn diese Live-Rollenspiele zählen zu ihren Hobbys. „Im Moment kenne ich keinen Feierabend. Da möchte ich etwas dran ändern.“  Denn das Abtauchen in andere Welten, wie beispielsweise beim Lesen oder Verfassen eigener Geschichten, das fehlt ihr.