Lena Lüken, Stadtmarketing Grevenbroich, zu Plänen und Konzepten

Lena Lüken im Gespräch : Stadtmarketing-Verein Grevenbroich sieht sich als Dienstleister

Die 29 Jahre alte Lena Lüken führt die Geschäfte der neuen Gemeinschaft. „Liebe deine Stadt“ ist Grundmotiv ihres Handelns.

Wie definiert sich der Stadtmarketing-Verein?

Lena Lüken: Wir verstehen uns grundsätzlich als Dienstleister und Angebot für Grevenbroich. Es geht um die verschiedenen Perspektiven als Stadt, Standort und Lebensraum. Neben zahlreichen Projekten, die laufen, beschäftigen wir uns noch mit Strukturarbeit.

Wie funktioniert das Zusammenspiel mit anderen?

Lüken: Unser Ziel ist, Kooperationen anzuregen. Wir wollen keine Konkurrenz zu bestehenden Vereinen und Organisationen sein, sondern sehen uns als Unterstützer. Eine offene Kommunikation untereinander ist hierbei wichtig, natürlich auch um unsere Ziele klar zu machen.

Warum braucht es den Stadtmarketing-Verein?

Lüken: Schlicht, weil es Stadtmarketing sonst in Grevenbroich aktuell nicht mehr geben würde. Da die Stadt die Stelle gestrichen hat, wäre ein strategisches Stadtmarketing komplett weggebrochen. Die vielfältige Vereinslandschaft in Grevenbroich zeigt aber, dass es das Bedürfnis und den Willen gibt, in dieser Stadt etwas zu verändern. Wir als Verein wollen dabei Klammer, Plattform und Vermittler werden – und ich denke, wir sind auf einem guten Weg.

Wie finanziert sich der Stadtmarketing-Verein?

Lüken: Ausschließlich über Mitgliedsbeiträge, unsere Hauptstützen derzeit sind die sogenannten Fördermitgliedschaften. Auf sie sind wir angewiesen, denn ohne Geld können wir nicht überleben und nichts bewegen. Wir sind froh, dass wir bereits Unternehmen mit im Boot haben, die Wert darauf legen, den Standort Grevenbroich weiter zu entwickeln und attraktiv zu halten. Unser Anspruch ist es unter anderem, Veranstaltungen anzubieten, die für die Grevenbroicher kostenfrei sind. Und genau dann müssen wir an anderer Stelle Einnahmen generieren, um unsere Projekte finanzieren zu können.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit der Stadt?

Lüken: Gut, ich pflege ein gutes Verhältnis zu den handelnden Leuten, und darüber bin ich sehr froh. Wir sind gespannt, welche Projekte wir in Zukunft von der Stadt oder dem bisherigen City-Management übernehmen dürfen – diese Entscheidungen sind noch nicht final getroffen. Wir werden Ende des Jahres intern Revue passieren lassen, und schauen, welche Wege wir in Zukunft weitergehen können.

Wie viele Mitglieder gibt es im Stadtmarketing-Verein?

Lüken: Mit den Fördermitgliedschaften sind wir aktuell ganz gut aufgestellt, es müssen aber definitiv noch mehr Mitglieder werden. Wenn wir innovativ sein, neue Konzepte voran schieben und auch die Möglichkeit haben wollen, Neues auszuprobieren, brauchen wir einen gewissen Handlungsspielraum.

Was sind aktuelle Projekte?

Lüken: Die Organisation zum City-Trödel ist abgeschlossen. Die zwei wichtigsten Projekte sind nun die Feinkaufen-Card und der City-Herbst in Kooperation mit dem Werbering – hier stecken wir schon mittendrin. Ziel ist, die Feinkaufen-Card zum Weihnachtsgeschäft betriebsbereit zu haben.

Wie lässt sich Grevenbroich aus seinem Dornröschenschlaf wecken?

Lüken: Ich glaube ein Stück weit, ist es die Einstellung und Erwartungshaltung des Grevenbroichers an sich. „Liebe deine Stadt“, darum geht es doch im Wesentlichen, und diesen Grundsatz lebe ich. Wir sind nicht Düsseldorf oder Köln mit deren Kulturprogrammen und Budgets im Hintergrund, und wir leben auch nicht mehr in der guten alten Zeit. Dennoch gibt es hier auch heute ein vielfältiges Angebot – man muss nur die Augen aufmachen. Harte Fakten wie Leerstand und den Wandel der Innenstadt lassen sich nicht wegdiskutieren. Es hilft aber auch nicht, per se an allem, was in dieser Stadt angepackt wird, zu mäkeln. Als Verein wollen wir dazu beitragen, schöne Momente in Grevenbroich zu schaffen und den Blickwinkel auch ein Stück weit über Emotionen zu verändern.

(Valeska von Dolega führte das Gespräch)
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