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Grevenbroich: Lehrlinge dringend gesucht

Grevenbroich : Lehrlinge dringend gesucht

Am 1. September starten viele Jugendliche ihre Ausbildung. Dennoch heißt es häufig: "Lehrstelle frei". 38 Stellen kann die Agentur für Arbeit noch vermitteln. Für zahlreiche Firmen wird es schwieriger, Nachwuchs zu finden.

Gute Nachricht für Jugendliche, die eine Lehrstelle suchen: Drei Wochen vor dem Start der meisten Ausbildungsverträge gibt es in Grevenbroich noch unbesetzte Ausbildungsplätze. "Zurzeit können wir 38 Ausbildungsstellen vermitteln", erklärt Christa Prang von der Grevenbroicher Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit.

Unbesetzt seien "nicht nur Stellen in der Gastronomie, in Bäckereien und für Fleischereifachverkäufer — also in Bereichen, in denen es wegen ungünstiger Arbeitszeiten nicht so leicht fällt, Auszubildende zu finden", so Prang weiter. "Frei sind auch Stellen für Einzelhandelskaufleute in Speditionen und Versicherungsdienstleistungen", Arzthelfer, Kranken- und Altenpfleger würden ebenfalls noch gesucht. RWE Power dagegen hat bereits alle Lehrstellen besetzt.

Die Kehrseite der Medaille: Die Suche nach Auszubildenden wird für viele Firmen schwieriger. Ein Grund für vier Grevenbroicher Unternehmen, an dem Projekt "Wirtschaft pro Schule" teilzunehmen. Dabei besuchen Unternehmer Schulen, informieren über ihren Arbeitsalltag und über Chancen für den Nachwuchs. "So kann ich Kontakte zu jungen Menschen knüpfen, ihnen direkt ein Praktikum anbieten", sagt Sascha de Vries, Leiter einer Fachsportschule, die Sport- und Fitnesskaufleute ausbildet: "Ohne Praktikum stelle ich niemanden ein. Nur so kann man auch die Eignung prüfen." Zudem würden viele junge Leute nur typische Lehrberufe wie Friseur oder Kfz-Mechaniker kennen.

Dies kann Thorsten Beineke, Leiter des "Real"-Marktes in Noithausen, bestätigen. "Viele wissen überhaupt nicht, dass wir neben dem klassischen Verkäufer weitere Berufe anbieten — etwas als Fleischer oder Verkäufer für Lebensmittelhandwerk." Auch er bestätigt, dass die "Suche nach geeignetem Nachwuchs immer schwieriger" wird.

Ein anderes Problem: Unternehmen beklagen, dass viele Jugendliche keine ausreichenden Schul-Kenntnisse mitbringen. "Früher war ein Hauptschulabschluss mittlerer Güte mehr wert als heute ein guter Realschulabschluss", sagt Hans Rippers. Der Krefelder betreibt Rewe-Supermärkte in Wevelinghoven und Kapellen. "Für manche kann schon ein Dreisatz ein Problem sein." Vier Auszubildende hat er jetzt eingestellt. "Für Wevelinghoven könnten wir noch einen Auszubildenden gebrauchen."

Nach Einschätzung von Christa Prang "ist es leichter geworden, einen Ausbildungsplatz zu finden. Nach unserer Beobachtung schrauben einige Unternehmen ihre Ansprüche an die Qualifikation bereits herunter."

(NGZ)