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Grevenbroich: Lebensretter dringend gesucht

Grevenbroich : Lebensretter dringend gesucht

Corina Zufelde ist an akuter Leukämie erkrankt und benötigt dringend einen Stammzellenspender. Alleine die Schützen- und Sportvereine haben 18 000 Bürger gebeten, am 1. Juli an einer Typisierungsaktion teilzunehmen.

Viel Zeit hat Corina Zufelde nicht mehr. Die 44-Jährige ist an akuter Leukämie erkrankt und benötigt dringend eine Stammzellenspende. Ihr Schicksal wird sich in den kommenden sieben Wochen entscheiden. Sean Meads (50), Lebensgefährte der zweimaligen Grevenbroicher Sportlerin des Jahres, und Corina Zufeldes Familie setzen ihre ganze Hoffnung jetzt in die Suche nach einem geeigneten Spender. Am Sonntag, 1. Juli, 11 bis 16 Uhr, gibt es eine große Typisierungsaktion in der TK-Sporthalle am Schlossstadion. "Wir hoffen auf viele Unterstützer. Jeder könnte der Lebensretter von Corina sein", sagt Sean Meads.

Foto: Laaser, Jürgen

Überwältigende Unterstützung

Überwältigende Unterstützung erfährt Corinas Familie schon jetzt. Fast alle Grevenbroicher Vereine nutzen ihre Mitgliederlisten, um auf die Typisierung aufmerksam zu machen. Lothar Zimmermann, Präsident des TuS Grevenbroich und Vize-Chef des Bürgerschützenvereins Grevenbroich, ist überzeugt, dass viele Schlossstädter teilnehmen. "Alleine aus der Grevenbroicher Schützen- und Sportfamilie wurden in den vergangenen Tagen 18 000 Bürger gebeten, sich typisieren zu lassen", sagt er.

Auch über die Stadtgrenzen hinaus ist die Anteilnahme groß. Bürgermeisterin Ursula Kwasny, die die Typisierungsaktion unterstützt, weiß, dass sich auch prominente Musiker für Corina Zufelde einsetzen. Mit im Boot sind unter anderem "Die Höhner", "Die Räuber" und "Die Rabaue".

Bei der Ersttypisierung wird ein Wangenabstrich genommen. In einer Datenbank werden die Gewebemerkmale gespeichert. Auf diese haben nationale und internationale Transplantationszentren Zugriff. Wird ein geeigneter Spender gefunden, wird er zu einem ausführlichen Gespräch in ein Transplantationszentrum geladen. Dort erfolgen auch eingehende ärztliche Untersuchungen. Erst danach gibt der Spender seine Zustimmung für eine endgültige Entnahme der Blutstammzellen.

Für Spender kostenfrei

Dr. Thorsten Trapp von der Uniklinik Düsseldorf macht deutlich, wie wichtig Typisierungen sind. "Mit einer entsprechenden Stammzellenspende ist die Aussicht auf Heilung relativ gut", sagt er. "Im Grunde gibt es für jeden Erkrankten einen passenden Spender. Nur muss sich dieser typisieren lassen, damit man ihn auch finden kann."

Ein solcher Spender würde Corina Zufelde das Leben retten. Die Teilnahme an der Typisierung ist für Spender kostenfrei. Finanziert wird sie zum Teil über die an der Uniklinik Düsseldorf angesiedelte Knochenmarkspenderzentrale. Die ist aber auf Spenden angewiesen. "Wir brauchen auch finanzielle Unterstützung", sagt Sean Meads.

(NGZ/rl)