1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Laser-Experte bald in Kapellen

Grevenbroich : Laser-Experte bald in Kapellen

Die Firma Sirah Laser und Plasmatechnik ist weltweit Marktführer. Sie zieht bald von Kaarst nach Grevenbroich um. Am neuen Standort werden 1,5 bis zwei Millionen Euro investiert.

Kapellen/Kaarst "Ein Laserschwert wie in Krieg der Sterne ist Unsinn." Das meint Paulus Jauernik (52). Er ist General Manager der Sirah Laser und Plasmatechnik GmbH mit Sitz in Kaarst. Noch. Denn die Firma zieht um. Der neue Standort wird in Grevenbroich sein, und zwar Auf den Hundert Morgen. Die Sirah wird 1,5 bis zwei Millionen Euro investieren.

Rund 800 Laser hat Jauernik mit seinem 22-köpfigen Team seit der Firmengründung 1998 gebaut. Und deshalb weiß er auch, dass ein Laserschwert wie in Krieg der Sterne niemals funktionieren wird. Denn: "Zwei Laser können nicht gegeneinanderprallen." Der Laserschwertkampf ist also reine Utopie.

Trotzdem werden Sirah-Laser auch in der Raumfahrt eingesetzt. Zum Beispiel, um Raketentriebwerke zu optimieren. Raketen, die Satelliten ins Weltall schießen, verbrauchen so wesentlich weniger Energie. Das Wirkprinzip ist letztlich einfach zu erklären. Beispiel Auto: Das Laserlicht wird auf die Farbe von Kohlenmonoxid eingestellt. Also tiefblau. Der Laser wird durch den Kolbenraum gestrahlt und kann durch den Farbabgleich erkennen, wie sich das Kohlenmonoxid während des Verbrennungsprozesses verteilt. "So kann der Verbrauch optimiert werden, und bei einem Auto lässt sich bis zu einem Liter Benzin auf 100 Kilometer sparen", erläutert Jauernik. Genau so funktioniert das bei Kraftwerken, deren Ausstoß von Schadstoffen verringert werden soll. Oder bei einem Düsenflugzeug. Viele der Laser aus dem Hause Sirah werden auch an Universitäten verkauft.

Kunden gibt es rund um den Globus. Rund ein Drittel der Laser wird nach Europa ausgeliefert, ein Drittel nach Amerika und ein weiteres Drittel nach Asien. Dort vor allem nach China und Japan. Der Spezialbetrieb, der noch in Kaarst und bald in Grevenbroich ansässig ist, ist weltweit der größte Anbieter der so genannten gepulsten Farbstoff-Laser. So ein Laser kostet zwischen 20 000 und 100 000 Euro – je nach Einsatzbereich. Die Geschäfte gehen gut. So gut, dass die Firma an der Ludwig-Erhard-Straße mittlerweile aus allen Nähten platzt. Daher steht auch der Umzug an. "In Kaarst war leider keine Fläche verfügbar", berichtet Accounting-Managerin Christa Gerigk-Jauernik (50). "In Grevenbroich dagegen hat man sich sehr flexibel gezeigt. Das Grundstück ist 1300 Quadratmeter groß, in Kaarst haben wir nur 500." Außerdem bietet das Areal Auf dem Hundert Morgen weitere Expansionsfläche – für den Fall, dass sich die Geschäfte weiterhin so positiv entwickeln sollten. "Das sind alles Vorteile, die wir in Kaarst nicht haben", sagt Christa Gerigk-Jauernik.

Wenn alles glatt geht, steht in der zweiten Hälfte 2012 der Umzug an. Bis dahin wird es noch enger in den Büros. Denn zurzeit entstehen jedes Jahr ein bis zwei neue Arbeitsplätze.

(NGZ)