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Grevenbroich: Landwirte befürchten die nächste Mäuseplage

Grevenbroich : Landwirte befürchten die nächste Mäuseplage

Bereits in diesem Sommer klagten die Landwirte in der Region über Mäuse, die sich an Getreide, Möhren und anderen Bodenfrüchten bedienten. Derartige Ernteeinbußen durch Nagetiere könnten den Bauern auch im kommenden Jahr bevorstehen. Denn die derzeit ungewöhnlich milden Temperaturen lassen mehr Tiere überleben, als in kalten Wintern.

"Noch haben die Bauern mir keine gravierenden Probleme durch das Wetter gemeldet", sagt Peter Herzogenrath, Kreisgeschäftsführer der Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach, die ihren Sitz in Grevenbroich hat. Dass es auch 2013 zu einer Mäuseplage kommen könnte, kann Herzogenrath aber nicht ausschließen.

"Es ist noch zu früh, um ein Fazit zu ziehen. Schließlich kann es bis März noch richtig kalt werden", sagt Wolfgang Wappenschmidt, Kreisvorsitzender der Kreisbauernschaft. "Im Moment ist es schon sehr warm, so dass sich die Nager richtig wohlfühlen", betont Wappenschmidt weiter. Doch selbst wenn es in den kommenden Wochen noch Schnee und Frost geben sollte, sei das keine Garantie dafür, dass diese den Nagerbestand minimieren: "Im vergangenen Jahr haben wir auch gedacht, dass die eisigen Wochen im Februar den Mäusen zu schaffen gemacht haben, dann waren es aber doch deutlich mehr als in anderen Jahren", erinnert sich Wolfgang Wappenschmidt, der selbst einen landwirtschaftlichen Betrieb führt.

Die Probleme mit Nagern würden in der Region bereits seit einigen Jahren zunehmen, was daran liegen könnte, dass die Landwirte weniger mit dem Pflug arbeiten, um den Boden zu schonen, vermutet Wappenschmidt: "Dadurch bleiben die Nager in ihren Bauten ungestört. Es könnte helfen, wenn die Bauern wieder mehr pflügen", meint er. Da die chemische Bekämpfung der Tiere in der Regel nicht zulässig sei, müssten die Bauern sonst lernen, die Nagetiere auf ihren Feldern zu tolerieren.

Doch auch in anderer Hinsicht bereiten die milden Temperaturen den Bauern Schwierigkeiten: "Eigentlich soll der Acker im Winter richtig durchfrieren. Das ist dann eine optimale Hygienemaßnahme. Aber im Moment fördert das Wetter das Schimmelwachstum", nennt Wappenschmidt ein weiteres Problem. Der viele Regen sei hingegen zur rechten Zeit gekommen: "Der Boden musste seinen Wasserhaushalt noch kräftig auffüllen. Da hat der Regen geholfen."

(rent)