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Grevenbroich: Landrat vermisst Sparpläne der Politiker

Grevenbroich : Landrat vermisst Sparpläne der Politiker

Hans-Jürgen Petrauschke verlangt Konzepte aus Grevenbroich. Doch dort herrscht Sommerpause.

Der Landrat hat bereits mehrfach die ausgesprochen schlechte Haushaltslage der Stadt kritisiert und den Rat eindringlich zum Sparen aufgefordert. Jetzt will Hans-Jürgen Petrauschke endlich Ergebnisse sehen. Doch er vermisst entsprechende Vorschläge der Fraktionen.

Um die finanzielle Situation seiner Heimatstadt zu beschreiben, braucht Petrauschke derzeit nur ein Wort: "Bescheiden." In den vergangenen Monaten hat er ganze Sätze, sogar Seiten gebraucht, um den Grevenbroicher Politikern ordentlich Dampf zu machen. "Vielleicht befindet sich der Stadtrat ja noch in einem Schockzustand", meint Hans-Jürgen Petrauschke süffisant: "Aber eigentlich müsste er langsam aufgewacht sein." Als Chef der kommunalen Finanzaufsicht macht er eines deutlich: "In Grevenbroich muss dringend etwas geschehen, sonst sieht es dort bald ganz finster aus." Die Stadt steuere geradewegs auf die Pleite im Jahr 2016 zu. Dann droht der Sparkommissar.

Die Ratsfraktionen hätten ihm bereits Konzepte auf den Tisch legen müssen — mit Vorschlägen, wie sie Grevenbroich aus dem Schuldensumpf befreien wollen, sagt Petrauschke: "Da hätte schon lange etwas kommen müssen, doch bisher ist nichts geschehen." Der Landrat erinnert in diesem Zusammenhang an Gespräche, die er schon vor Monaten mit Vertretern des Stadtrates geführt habe: "Da haben wir die Finanzlage genau analysiert — das hätte doch fruchten müssen."

Ob die Ratsfraktionen noch in der Sommerpause mit Spar-Konzepten aufwarten werden, ist eher unwahrscheinlich. Vielmehr werden die Politiker wohl die nächste Ratssitzung am Donnerstag, 26. September, abwarten. Dann legen Bürgermeisterin Ursula Kwasny und Stadtkämmerin Monika Stirken-Hohmann den Haushaltsentwurf für das Jahr 2014 vor. In der Regel wird erst danach übers Sparen diskutiert, nämlich in den Klausuren.

Schon jetzt rechnet Stadtsprecher Andreas Sterken damit, dass im nächsten Etat-Entwurf ein Defizit von rund 30 Millionen Euro klaffen wird. Erschwerend hinzu kommen die 1,39 Millionen Euro, die Grevenbroich als Solidaritätsumlage für ärmere Städte in Nordrhein-Westfalen zahlen soll.

(busch-/wilp)