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Grevenbroich: Landrat verhindert Tunnel-Sanierung

Grevenbroich : Landrat verhindert Tunnel-Sanierung

Es sieht schlecht aus für die seit Jahren geplante Sanierung des Fußgängertunnels an der Zedernstraße. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke hat der Bürgermeisterin mitgeteilt, dass die Finanzaufsicht dieser Investition "weiter nicht zustimmen" könne. Grevenbroich stehe unter Nothaushaltsrecht – es gebe keine zwingende Notwendigkeit für dieses Vorhaben, heißt es aus der Kreisverwaltung

Es sieht schlecht aus für die seit Jahren geplante Sanierung des Fußgängertunnels an der Zedernstraße. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke hat der Bürgermeisterin mitgeteilt, dass die Finanzaufsicht dieser Investition "weiter nicht zustimmen" könne. Grevenbroich stehe unter Nothaushaltsrecht — es gebe keine zwingende Notwendigkeit für dieses Vorhaben, heißt es aus der Kreisverwaltung

Die Stadt versucht schon seit den 90er Jahren, den dunklen und schmuddeligen Tunnel zu verbessern. Bislang scheiterten jedoch alle Bemühungen, die notwendigen Zuschüsse für dieses Projekt zu erhalten. Mitte des vergangenen Jahres änderte sich diese Situation: Das Land Nordrhein-Westfalen stellte eine Förderung der etwa 1,2 Millionen Euro teuren Sanierung in Aussicht. Das Geld fließt aber nur dann, wenn die Stadt einen Eigenanteil von 350 000 Euro trägt.

Vor allem CDU und SPD hatten sich in ihren Haushaltsberatungen für dieses Vorhaben ausgesprochen. Das notwendige Geld sollte nach Meinung der beiden großen Fraktionen aus Grundstücksverkäufen generiert werden. In zwei Briefen an den Landrat warb Ursula Kwasny im Frühjahr für die Notwendigkeit des Bauprojekts.

Nach der Darstellung der Bürgermeisterin sei der Tunnel eine wichtige Verbindung für Fußgänger, Radfahrer und Schüler zwischen der Süd- und der Innenstadt. Mit der Neugestaltung bestehe die Chance, die Unterführung nicht nur heller und freundlicher zu gestalten, sondern sie auch für Rollstuhlfahrer, Rollator-Benutzer und Mütter mit Kinderwagen zugänglicher zu machen. Die Pläne dafür liegen längst in den Schubladen des städtischen Planungsamtes. Sie sehen auf beiden Seiten des Tunnels jeweils rund 60 Meter lange Rampen vor, die sich serpentinenartig in die Unterführung schlängeln.

Ursula Kwasny legte den Mitgliedern des Hauptausschusses jetzt das Schreiben des Landrats vor. Es blieb unkommentiert. Die Frage, ob ein weiterer Brief an die Kommunalfinanzaufsicht formuliert werden soll, ließ Rathaussprecher Andreas Sterken am Dienstag offen.

(NGZ/ac)