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Grevenbroich: Landrat: TuS-Kunstrasen ist für die Stadt zu teuer

Grevenbroich : Landrat: TuS-Kunstrasen ist für die Stadt zu teuer

In einem vier Seiten langen Brief hat die Bürgermeisterin versucht, den Landrat umzustimmen. Doch Hans-Jürgen Petrauschke bleibt hart: Er will dem Bau eines Kunstrasenplatzes für den TuS Grevenbroich "weiterhin nicht zustimmen". Das Projekt sei zu kostspielig. Das kurze Antwortschreiben legte Ursula Kwasny jetzt dem Hauptausschuss vor. Ihr Kommentar: "Wahrscheinlich müssen noch einige Gespräche stattfinden."

Dabei ist aus Sicht der Stadt eigentlich schon alles gesagt worden. Denn Kwasny hatte in ihrem Brief ausführlich dargelegt, warum es notwendig sei, den Tennenplatz im Bend mit einem Kunstrasenbelag zu versehen. Nicht nur der TuS und seine Jugendarbeit würden davon profitieren, auch die umliegenden Schulen — insbesondere die neue Gesamtschule II — benötigten dringend Platz für den Sportunterricht.

Zudem verspricht sich Ursula Kwasny auch Einspareffekte von einem Kunstrasen. Zum einen würden jährlich Pflegekosten von 7000 Euro entfallen. Andererseits werde die anstehende, etwa 195 000 Euro teure Sanierung des Tennenplatzes nicht erforderlich. Diese Taktik zog allerdings nicht beim Landrat.

Mit einem Blick auf die desolate Haushaltssituation will er Kwasnys Rechenexempel nicht folgen. Denn den Einsparungen von 7000 stünde eine Investition von etwa 700 000 Euro gegenüber, gibt Hans-Jürgen Petrauschke zu bedenken. Würden die wegfallenden Sanierungskosten von 195 000 Euro abgezogen, verbliebe immer noch ein Betrag von 505 000 Euro, rechnet er vor. "Somit würde sich die Investition erst nach etwa 70 Jahren lohnen", argumentiert der Landrat. Zum Vergleich: Kunstrasenplätze haben nach Expertenmeinung eine "Lebensdauer" von etwa 15 Jahren.

Ist das Projekt damit vom Tisch? So weit will Horst Gerbrand (SPD) noch nicht gehen: "Erst muss darüber gesprochen werden, ob der TuS in der Lage ist, einen Eigenanteil für den Kunstrasen zu leisten." Der Fraktionsvorsitzende regt hierfür ein Gespräch zwischen Bürgermeisterin, Landrat und Verein an. Ähnlich argumentiert CDU-Fraktionschef Norbert Gand: "Die Politiker müssen noch Gespräche mit Hans-Jürgen Petrauschke führen."

Auch der TuS hat das Projekt noch längst nicht abgeschrieben, sagt Friedel Geuenich, Vorsitzender der Fußballabteilung: "Wir bleiben weiter am Ball." Für ihn wichtig: Der Landrat habe die Notwendigkeit eines Kunstrasenplatzes nicht in Frage gestellt. "Für uns geht es jetzt darum, wie viel Geld wir selbst aufbringen können."

(NGZ/ac)