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Grevenbroich: Landrat: Kunstrasen gehört ins TuS-Stadion

Grevenbroich : Landrat: Kunstrasen gehört ins TuS-Stadion

Beim "Talk auf dem blauen NGZ-Sofa" bezog Hans-Jürgen Petrauschke Stellung zum Haushaltsproblem der Stadt Grevenbroich.

Das Eifel-Städtchen Nideggen bekommt jetzt einen Sparkommissar der Bezirksregierung Köln an seine Seite gestellt. Er soll dafür sorgen, dass der Etat der Kommune wieder in Ordnung kommt. Denn trotz mehrfacher Aufforderung konnte Nideggen kein schlüssiges Konzept zur Haushaltssanierung vorliegen.

Der Sparkommissar könnte auch der seit Jahren unter Nothaushaltsrecht stehenden Stadt Grevenbroich drohen. Darauf machte Landrat Hans Jürgen Petrauschke jetzt beim "Talk auf dem blauen NGZ-Sofa" in Dormagen aufmerksam. "Der aktuelle Haushaltsplan weist ein Eigenkapital von 170 Millionen Euro aus, im Jahr 2023 wird die Stadt ein Minus von 246 Millionen Euro haben", sagte Petrauschke: "Ein Unternehmen müsste da Konkurs anmelden."

Grevenbroich sei in einer schwierigen Situation, die Stadt müsse ihre Einnahmen erhöhen und die Ausgaben reduzieren, betonte der Landrat. "Jede Ratsfraktion sagt, dass sie sparen will. Aber wenn es ernst wird, gibt es keine Mehrheitsbeschlüsse", kritisierte er: "An dieser Stelle fragt man sich, wie lange das noch gut geht, bevor der Sparkommissar kommt." Die Bürgermeisterin habe nach seiner Meinung die Situation erkannt, auch bei der CDU habe er den Eindruck, "dass sie die Notwendigkeit von Veränderungen sieht – das Problem ist, dass sie aber nicht die absolute Mehrheit besitzt".

Die Kommunalaufsicht habe der Stadt nun die "Daumenschrauben" aufgesetzt, sämtliche Ausgaben müssten auf den Prüfstand. Dazu zähle auch der geplante Kunstrasenplatz für den TuS Grevenbroich – den Hans-Jürgen Petrauschke auf dem Aschenplatz an der falschen Stelle sieht: "Dieses Gelände liegt im Überschwemmungsgebiet der Erft. Das bietet eigentlich ideale Voraussetzungen für Frösche, nicht aber für einen Kunstrasen."

Der Aschenplatz liege 200 Meter von den nächsten Umkleidekabinen und Toilettenanlagen entfernt, das sei vor allem für Schüler eine mehr als unbequeme Situation. Nicht nur aus diesem Grund sei das Schlossstadion nach Petrauschkes Ansicht ein besserer Standort für einen Kunstrasen: "Dort ist bereits eine Drainage vorhanden, damit würde das Projekt schon 200 000 Euro preiswerter werden als auf dem Aschenplatz."

Als Chef der kommunalen Finanzaufsicht habe er sich nicht grundsätzlich gegen ein solches Vorhaben gestellt, sagte der Landrat mit Nachdruck auf dem "blauen NGZ-Sofa". Für ihn sei aber klar, dass sich Vereine und Bürger bei solchen Investitionen einbringen müssten. "Da sehe ich bislang aber auch noch nichts", so Petrauschke.

(NGZ)