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Grevenbroich: Land soll mehr Geld für Inklusion geben

Grevenbroich : Land soll mehr Geld für Inklusion geben

Im Schuljahr 2015/16 werden mindestens 29 Kinder mit Handicap an Regelschulen lernen. Wie teuer das wird, hängt von der Art der Behinderung ab. Die geplante Landes-Förderung von 122 400 Euro ist für neues Personal zu gering.

Im Februar 2015 erhält die Stadt Grevenbroich insgesamt rund 122 400 Euro aus dem Landes-Fördertopf für schulische Inklusion - rund 104 000 Euro für bauliche Investitionen und 18 400 Euro für Personal. Eigentlich eine gute Nachricht. Doch Stadtverwaltung und Schulen reagieren zurückhaltend. Ihre Sorge: Wenn Schulgebäude, etwa für Schwerstbehinderte, umgebaut werden müssen, dann genügt dieser Betrag bei weitem nicht. "Und die Summe für das Personal reicht nicht mal für eine halbe Stelle eines Inklusionshelfers oder Schulbegleiters", sagt Thomas Staff, Leiter des Fachbereichs Schulen.

Seit dem vergangenen Schuljahr sollen Menschen mit und ohne Handicap gemeinsam an Regelschulen lernen können. Auf Bundes- und Landesebene wurde damit eine UN-Menschenrechtskovention umgesetzt. Was sich an Grevenbroicher Schulen dadurch änderte: 20 Kinder mit Förderbedarf werden an allgemeinen Schulen unterrichtet - meist haben sie Defizite im sozial-emotionalen, kognitiven oder sprachlichen Bereich. Für keinen dieser Schüler mussten etwa Gebäude verändert werden.

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Beispiel Pascal-Gymnasium: Dort wurden fünf Fünftklässler mit speziellem Förderbedarf in eine "integrative Lerngruppe" aufgenommen. "Um sie kümmern sich eine Sozialpädagogin mit einer halben Stelle, unsere Schulsozialarbeiterin und eine junge Frau im ,Freiwilligen sozialen Jahr'", erläutert Schulleiter Manfred Schauf. Die ersten Erfahrungen mit dieser Gruppe seien bei allen Beteiligten gut. "Doch wenn wir weitere Kinder aufnehmen, dann brauchen wir andere Räume und mehr Personal als bisher", ist der "Pascal"-Leiter überzeugt.

Immer wieder hatten Bürgermeisterin Ursula Kwasny und Erster Beigeordneter Michael Heesch gefordert, dass das Land NRW die Schloss-Stadt bei den Kosten der Inklusion unterstützen müsste. Auch die CDU als größte Fraktion im Stadtrat sah das Land in der Pflicht.

"Bisher haben wir für schulische Inklusion noch kein Geld vom Land erhalten", sagt Thomas Staff. Für Ausgaben trat der Landschaftsverband Rheinland (LVR) ein - wenn ein Hörgeschädigter eine spezielle Wand benötigte oder ein Spezialstuhl gekauft werden musste. "Der Förderhöchstbetrag beträgt beispielsweise für ein Kind mit körperlicher Behinderung 16 000 Euro im Jahr, für ein sprachbehindertes Kind ist ein Zuschuss von bis zu 6000 Euro pro Jahr möglich", erläutert LVR-Pressereferent Michael Sturmberg in Köln. Der Zuschuss werde nach dem individuellen Bedarf festgelegt.

Für das kommende Schuljahr geht Thomas Staff von 29 Schülern mit Förderbedarf aus, die an einer Grevenbroicher Regelschule lernen wollen. Wie teuer das wird, hängt vom Förderbedarf der Kinder ab. "Dann müssen wir sehen, an welcher Schule die Kinder lernen, wie dort die Ausstattung ist, welche Materialien wir brauchen, was wir aus dem Bestand bestreiten können und wo wir etwas verändern müssen", so der Leiter des Fachbereichs Schulen. Für ihn stehe fest: "Für größere Umbauten reicht das Geld vom Land nicht."

(NGZ)