Grevenbroich: Land soll City-Sanierung fördern

Grevenbroich: Land soll City-Sanierung fördern

Mit Lichtkunst, Außengastronomie und einem Bio-Wochenmarkt soll das Bahnhofsviertel aufgewertet werden. Die Stadt hat jetzt ein Handlungskonzept beim Land eingereicht – mit großen Aussichten auf Fördergelder.

Mit Lichtkunst, Außengastronomie und einem Bio-Wochenmarkt soll das Bahnhofsviertel aufgewertet werden. Die Stadt hat jetzt ein Handlungskonzept beim Land eingereicht — mit großen Aussichten auf Fördergelder.

Mit der Landesgartenschau wurden 1995 große Teile der Innenstadt saniert. Ein Stiefkind blieb das Bahnhofsviertel, das an der alten B 59 lag und auch heute noch den spröden Charme einer Durchfahrtsstraße versprüht.

Bis 2020 soll sich das ändern: Aus dem Quartier soll ein lebens- und liebenswertes Wohn- und Geschäftsviertel werden. Die Basis dafür liefert ein gemeinsam mit den Anwohnern entwickeltes Konzept, das klare Ziele definiert. Planungsdezernent Werner Hoffmann hat das 100 Seiten starke Papier jetzt bei der Bezirksregierung eingereicht — mit der Hoffnung auf Landeszuschüsse.

Es geht um insgesamt 1,3 Millionen Euro, die bis zum Jahr 2018 aus Düsseldorf erwartet werden. "Wir haben berechtigte Aussichten, dass es schon ab Mitte 2013 die ersten Fördergelder geben wird", signalisiert Hoffmann. Und damit eröffne sich für die Stadt eine Chance, unterstreicht die Planungsamtsleiterin Dorothea Rendel: "Wir können dieses Quartier endlich aufwerten."

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Eines der Ziele ist es, die Fußgängerzone mit den Geschäften und Kneipen entlang der ehemaligen B 59 zu verbinden. Dieser Bogen soll unter anderem mit einer Neugestaltung der Bahnstraße geschlagen werden. Deren Gehwege sollen breiter werden, damit Möglichkeiten für Außengastronomie und Grüngestaltung eröffnet werden. "Wir wollen dort mehr Aufenthaltsqualität erreichen", betont Rendel.

Um Besucher in dieses Viertel zu ziehen, ist unter anderem ein wöchentlicher Bio-Markt am Platz der deutschen Einheit geplant. Und nicht nur das: Ein Bürgergarten, in dem Bäume zu Geburten oder Hochzeiten gepflanzt werden können, wird ebenso vorgeschlagen wie ein neues Beleuchtungskonzept. Mit Hilfe von Lichtkunst-Objekten, wie sie bereits beim Moonlight-Shopping in der Innenstadt eingesetzt wurden, soll eine Spange von der Fußgängerzone in Richtung Bahnhof geschlossen werden.

Spielhallen und Wettbüros werden künftig in diesem Viertel ausgeschlossen, dafür sollen dort mehr attraktive Geschäfte einziehen. "Für die Koordination möchten wir gerne einen Innenstadt-Manager einsetzen", erklärt Werner Hoffmann. Der soll die Eigentümer von Ladenlokalen beraten, wie sie ihre Immobilien besser vermarkten oder ausgestalten können. "Er muss ein Kümmerer sein, der am Ball bleibt", sagt Dorothea Rendel. Zudem soll es einen weiteren "Manager" geben: Ein Experte soll die Besitzer der alten Häuser beraten, wie sie ihre Gebäude energetisch sanieren können. Dafür wurde ein separater Förderantrag gestellt.

Für das Projekt wird die Stadt etwa 850 000 Euro an Eigenmitteln aufbringen müssen. Zudem wird auch von den Anliegern erwartet, dass sie Geld in die Hand nehmen, um ihre Häuser aufzuwerten. Was Werner Hoffmann optimistisch stimmt, dass die Fördergelder fließen werden: "Wir haben es bei der Bezirksregierung mit Mitarbeitern zu tun, die vor 1995 schon unsere City-Sanierung begleiteten. Sie bewerten unsere neuen Pläne als eine sinnvolle Ergänzung."

(NGZ/rl)
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