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Grevenbroich: Land gibt Geld für die Innenstadt-Aufwertung

Grevenbroich : Land gibt Geld für die Innenstadt-Aufwertung

Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept nimmt Form an. Die Fördermittel sind bewilligt. Jetzt geht's um den Eigenanteil der Stadt.

Der erste Schritt für das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) ist geschafft: Das Land hat gestern die erste Stufe der Fördermittel bewilligt. Demnach kann die Stadt Grevenbroich mit 547 000 Euro für die Jahre 2013 und 2014 rechnen. Im Rathaus wird dies als grundsätzlich gutes Signal bewertet. Das teilte Stadtsprecher Andreas Sterken gestern mit. Auch SPD-Landtagsabgeordneter Rainer Thiel stellte klar: "Grevenbroich braucht solche Impulse, damit die Stadt weiter attraktiv bleibt und sich im Wettbewerb mit anderen Kommunen behaupten kann."

Ob die angedachten Maßnahmen jedoch tatsächlich umgesetzt werden können, steht noch nicht fest. Denn die Stadt muss sich mit einem Eigenanteil von 40 Prozent einbringen — und das könnte angesichts der desolaten Haushaltslage der Knackpunkt sein. Ohne grünes Licht vom Rhein-Kreis Neuss als Finanzaufsicht kann die Stadt das Geld nicht aufbringen. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke erklärte gestern, sich zeitnah mit der Prüfung zu befassen. "Das Augenmerk muss darauf gelegt werden, was finanziell machbar ist — und nicht nur darauf, was vielleicht wünschenswert sein mag", erklärte Petrauschke.

Mit dem ISEK soll die Innenstadt aufgewertet werden. Bürgermeisterin Ursula Kwasny hatte die Maßnahmen bereits in ihrer Haushaltsrede angesprochen. "Unter anderem sind für 2014 eine Bürgerversammlung, die Erstellung eines Verkehrskonzepts, kleinere Straßenumbaumaßnahmen sowie der Beginn der Arbeit eines Innenstadtmanagers geplant", sagte sie.

Die jetzt in Aussicht gestellten Mittel wären dabei nur der Anfang. Das Städtebauförderungsprogramm, über das Minister Michael Groscheck jetzt den Landtag informierte, läuft bis 2017. "Wir müssten für jedes Jahr einen Folgeantrag stellen", erklärt Andreas Sterken. Insgesamt hofft die Stadt auf Zuwendungen in Höhe von 1,27 Millionen Euro. Rainer Thiel monierte gestern, dass der Landrat Projekte wie den Tunnel an der Zedernstraße und die Umgestaltung des Platzes der Republik "ausgebremst" habe. "Umso wichtiger ist es, dass das Land die Sanierung des Innenstadtbereiches neu in das Landesförderungsprogramm aufgenommen hat", meint Thiel.

Fred Leven, Vorsitzender des Vereins "Stellwerk Initiative" und Sprecher der Händler im Bahnhofskarree, wertet das Signal aus Düsseldorf als positiv. "Jetzt hoffen wir, dass es auch zu einer Umsetzung kommt." In der Vergangenheit hat es bereits Gespräche gegeben, wie sich die Innenstadt und das Bahnhofsquartier attraktiver gestalten lassen. "Es ist verabredet, dass diese Gespräche ausgeweitet werden, sobald Klarheit über die Zuwendung vom Land herrscht", sagt Leven. Er hofft, dass jetzt konkrete Pläne entwickelt werden können.

Insgesamt stellt das Land bis 2017 rund 171 Millionen Euro zur Verfügung. Die Mittel werden den Kommunen durch die Bezirksregierungen zugeteilt. Das Geld kommt vom Land (96 Millionen Euro) und vom Bund (75 Millionen Euro).

(NGZ)