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Grevenbroich: Land: 300 Hektar für neue Industrie

Grevenbroich : Land: 300 Hektar für neue Industrie

Im Entwurf des neuen Landesentwicklungsplans spielt Grevenbroich eine besondere Rolle. Der Plan weist NRW-weit nur vier Reserveflächen für Großvorhaben aus – unter anderem ein 300-Hektar-Areal zwischen Neurath und Allrath.

Im Entwurf des neuen Landesentwicklungsplans spielt Grevenbroich eine besondere Rolle. Der Plan weist NRW-weit nur vier Reserveflächen für Großvorhaben aus — unter anderem ein 300-Hektar-Areal zwischen Neurath und Allrath.

Im Grevenbroicher Rathaus ging der Blick am Donnerstgmorgen nach Düsseldorf. Dort stellte Staatskanzleichef Franz-Josef Lersch-Mense (SPD) den Entwurf des neuen Landesentwicklungsplans (LEP) vor. Die Schlossstadt spielt darin eine besondere Rolle. Der Plan weist NRW-weit nur vier Standorte mit Flächen zwischen 220 und 330 Hektar für Großvorhaben aus. Diese werden als sogenannte "Reserveflächen" bezeichnet. Dazu zählt ein 300 Hektar großes Areal zwischen Neurath und Allrath. Die Stadt wertet dies als positiv und spricht sich für das Vorhaben der Landesregierung aus. Rathaussprecher Andreas Sterken: "Als landesweit einer von nur noch vier Vorhalte-Standorten hat Grevenbroich mit dieser Fläche die Chance, im Wettbewerb um Arbeitsplätze und bei großen Betriebsansiedlungen vorne mit dabei zu sein."

Auf den Reserveflächen könnten sich nach den Vorgaben der Landesregierung Großbetriebe mit regionaler oder landesweiter Bedeutung mit entsprechendem Flächenbedarf ansiedeln. Die Fläche steht der Stadt allerdings nicht als normales Gewerbegebiet zur Verfügung und wird dementsprechend auch im Flächennutzungsplan nicht als Gewerbefläche dargestellt. Laut LEP soll mindestens ein Kernbetrieb mit einer Größe von 80 Hektar angesiedelt werden. Der Landtagsabgeordnete Rainer Thiel (SPD) wies bereits im Vorfeld der Vorstellung des LEP-Entwurfs auf die "große Chance" für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt hin. "Dort könnten sich etwa Betriebe aus der Automobil-, Maschinen- oder Anlagenbau-Branche niederlassen, aber auch pharmazeutische Firmen sind denkbar", erklärte er.

Nicht nur im Rathaus wird die Ausweisung des Areals zwischen Neurath und Allrath als "Reservefläche" als gutes Signal aufgenommen. CDU-Chef Norbert Gand sieht darin eine Chance, "Strukturen zu flexibilisieren". Grevenbroich brauche einen größeren Branchenmix. Möglicherweise ließen sich auch Synergieeffekte erzielen. "Um RWE herum könnte sich eine Sekundärindustrie aufbauen. Als Beispiel könnte der Chempark in Dormagen dienen", meinte Gand. FDP-Vorsitzender Markus Schumacher will den Fokus ebenfalls auf die Chancen richten, die sich der Stadt Grevenbroich bieten. "Insofern ist der Vorstoß im Kern eine gute Sache", sagte er. Andreas Sterken stellte klar: "Die Stadt begrüßt das Vorhaben der Landesregierung."

Bei der weiteren Ausgestaltung des LEP soll die Öffentlichkeit beteiligt werden. 2014 soll er dann im Landtag beschlossen werden. Er würde den derzeit geltenden LEP von 1995 ersetzen. Ein solcher überörtlicher Raumnutzungsplan wird in jedem Bundesland aufgestellt. Ziel ist die Vorsorge für Flächennutzung — zum Beispiel für Wohnen, Gewerbe, Verkehr, Landwirtschaft, Energieversorgung und Naturschutz.

(NGZ)