Grevenbroich: Ladenleerstand behoben: Künstler eröffnen eine "Pop-Up-Gallery"

Grevenbroich : Ladenleerstand behoben: Künstler eröffnen eine "Pop-Up-Gallery"

Geschäftsleerstände können auch sinnvoll genutzt werden. Das zeigt das Beispiel an der Bahnstraße 21: Dort, wo vor kurzem noch ein Friseursalon und ganz früher mal das "Anno" war, sind jetzt die Künstler der Gruppe "E1" eingezogen. Die Ateliergemeinschaft hat gestern eine "Pop-Up-Gallery" eröffnet - die zunächst einmal für drei Monate vor Ort sein wird, und dann so lange, bis sich ein neuer Mieter für das leerstehende Ladenlokal findet.

Der Deal zwischen Künstlern und Vermieterin kam auf eine Initiative von Ulrike Oberbach zustande. Die Ratsfrau (Mein Grevenbroich) hat sich als City-Managerin betätigt und bei der Eigentümerin für eine zeitlich befristete Galerie-Ansiedlung zu günstigen Konditionen geworben - mit Erfolg. Davon profitieren nun die "E1"-Künstler, die neben ihren Ateliers im ehemaligen Neurather Wellenbad nun auch eine Dependance in der City haben.

"Darüber sind wir sehr froh", sagt Kai Stefes, Vorsitzender der "E1"-Akteure. Er hofft jetzt darauf, dass das Projekt "Pop-Up-Gallery" funktionieren wird. Der Vorteil, den der Fotograf sieht: "In der Innenstadt können wir unsere Arbeiten einer ganz anderen Klientel vorstellen." Neben Stefes werden Kerstin Nowak, Cornelia Helfeier, Robert Lietzke (Robius), Gereon Riedel, Frank "Stoi" Stohanzl und Thomas Möcker ihre Abreiten an der Bahnstraße präsentieren. Gezeigt wird ein Querschnitt des Schaffens - von der Malerei bis hin zu Material- und Digital-Kollagen. Ab dem 20. Mai werden dann Einzelausstellungen beginnen. Die Galerie ist immer mittwochs freitags von 17 bis 20 Uhr sowie samstags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. An den beiden City-Festtagen an diesem Wochenende öffnen die Künstler von 10 bis 19 Uhr.

Die Idee, Kunst in leerstehende Geschäfte zu bringen, verfolgt die Künstlergruppe schon seit längerem. "Die vielen leeren Geschäfte in der Fußgängerzone sind nicht besonders schön", sagt Stefes: "Die Innenstadt wird für Kunden und neue Investoren mit jedem weiteren Leerstand immer weniger attraktiv." Die Ateliergemeinschaft "E1" hat daher der städtischen Wirtschaftsförderung vorgeschlagen, Kunst in die verwaisten Läden zu bringen.

"Dieser Vorschlag ist mit Begeisterung aufgenommen worden", sagt Kai Stefes. Das Projekt scheitere jedoch an den Ladeneigentümern. "Aufgegeben wird aber nicht", sagt der Fotograf: "Wir bleiben am Ball."

(wilp)