Grevenbroich: L 375 – der Unfallschwerpunkt

Grevenbroich : L 375 – der Unfallschwerpunkt

Unfälle sind auf der Landesstraße 375 nicht selten: Erst am Donnerstagabend wurden zwei Autofahrer bei einer Kollision schwer verletzt. Der Landesbetrieb Straßen NRW soll prüfen, ob eine Ampel die Gefahr lindern kann.

Die Energiestraße (L 375) ist als Unfallhäufungsstelle bekannt. Immer wieder rummst es an der Landesstraße 375, häufig an der Einmündung zur Straße "Zur Wassermühle" (Landesstraße 361). Am Donnerstagabend gab es dort erneut einen schweren Verkehrsunfall. Beim Zusammenstoß zweier Pkw wurden die Fahrer schwer verletzt. Sie werden in Krankenhäusern behandelt. An beiden Fahrzeugen entstand Totalschaden.

Zum Unfall kam es, als eine 50-jährige Frau von der L 375 nach links in die Straße "Zur Wassermühle" abbiegen wollte. Dabei übersah sie offenbar einen aus Richtung Grevenbroich kommenden Pkw. Solche Unfälle sind an der Kreuzung beider Straßen am Kleinfelderhof keine Seltenheit.

Die Polizei führt die L 375 in ihrem "Verkehrslagebild 2010" als Unfallhäufungsstelle. "So werden kritische Verkehrspunkte genannt, an denen sich innerhalb eines Jahres drei Unfälle gleichen Unfalltyps mit Verletzten ereignen", erklärt Polizeisprecherin Diane Drawe. Als "gleicher Unfalltyp" gilt zum Beispiel, wenn sich Zusammenstöße bei "gleichem Abbiegeverhalten" ereignen. Das kann der Fall sein, wenn an einer Straße mehrfach die Vorfahrt übersehen wird und es danach rummst.

In der Tat ist die L 375 schon seit Jahren als problematisch bekannt. In Höhe des Kleinfelderhofes ist es häufig zu Verkehrsunfällen gekommen. Beim Abbiegen aus und in Richtung Gustorf ereigneten sich etliche Zusammenstöße, zum Teil mit Schwerverletzten. Freie Bürger und Linke hatten deshalb gefordert, dass dort eine Ampel oder ein Kreisverkehr errichtet werden soll. Zuständig ist der Landesbetrieb Straßen NRW. Die Unfallkommission hat ihn gebeten zu prüfen, ob der Bau einer Ampel oder eines Kreisverkehrs erforderlich ist.

Die Regionalniederlassung von Straßen NRW in Mönchengladbach hatte in der Vergangenheit erklärt, die für den Bau eines Kreisverkehrs notwendigen Kriterien einer Unfallhäufungsstelle seien nicht in jedem Jahr erfüllt worden. Möglicherweise kommt es jetzt zu einer Neubewertung. Wilhelm Kuypers von Straßen NRW erklärt: "Wir werden die L 375 jetzt ein Jahr lang beobachten und dann bewerten, ob dort eine Ampel errichtet wird."

Die Unfallkommission tagt nach Angaben von Stadtsprecher Andreas Sterken ein- bis zweimal pro Jahr. Ihr gehören Vertreter von Polizei, Straßenverkehrs- und Straßenbaubehörden an. Ihre Aufgabe ist die Bekämpfung von Unfällen an Unfallhäufungsstellen. Grundlage ist Paragraf 44 der Straßenverkehrsordnung. Einberufen wird die Unfallkommission von der Straßenverkehrsbehörde. Das letzte Treffen der Unfallkommission war am 30. März.

(NGZ)
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