1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: L 361n: Kreis will bei der Planung einsteigen

Grevenbroich : L 361n: Kreis will bei der Planung einsteigen

Ortsumfahrung soll rasch verwirklicht werden. Heike Troles, MdL, sprach mit Minister und Landrat.

Jahrelang lag die Ortsumfahrung für Kapellen und Wevelinghoven auf Eis. Nun springen immer mehr Signale für den Neubau auf "Grün". "Der Rhein-Kreis Neuss ist bereit, eine Planungsvereinbarung mit dem Land NRW für die Landesstraße 361n abzuschließen und die Bauplanung federführend zu begleiten", teilte Landtagsabgeordnete Heike Troles (CDU) nach einem Gespräch mit Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und CDU-Fraktionschef Wolfgang Kaiser mit. "Endlich kommt Bewegung in die Planung. Zur L 361n gibt es keine Alternative. Daher müssen wir alle Chancen nutzen", sagte Troles.

Vorausgegangen war ein Treffen von Troles, Vertretern von CDU und der Initiative "Pro Ortsumfahrung" mit Verkehrsminister Hendrik Wüst. "Dabei wurde deutlich, dass nicht das Geld das Hauptproblem ist, sondern die Planungskapazität, berichtet Kaiser. Der Planungsschwerpunkt liege auf Autobahnen und Bundesstraßen. Laut Troles werden für den Landesbetrieb Straßen NRW 50 Planer-Stellen ausgeschrieben, doch die müssen erst besetzt werden. Bei dem Gespräch mit Wüst sei die Idee entwickelt worden, dass der Kreis als Dritter die Bauplanung begleiten könne. Der Landrat erklärt dazu seine Bereitschaft: "Der Wunsch aus der Bevölkerung nach dauerhafter Beseitigung der Lärm- und Abgasbelastung in den Ortskernen von Kapellen und Wevelinghoven ist überdeutlich. Dem tragen wir in Synergie von Land, Landkreis und Fachausschuss Rechnung."

  • Grevenbroich : Kreis und Land kooperieren bei L 361n
  • Neuss : Heike Troles
  • Grevenbroich

Eine ähnliche Lösung war bei der Sanierung der L 142 in Langwaden gewählt worden. Dort hatte die Stadt die Planung für Straßen NRW übernommen, damit die marode Straße bereits weit vor 2020 erneuert werden konnte. "Nun ist zwischen Kreis und Straßen NRW zunächst zu erörtern, welche Planungsschritte für die L 361n übernommen werden sollen", sagte Heike Troles gestern. Und sie kritisiert: "Hätte Rotgrün im Land die Pläne damals nicht auf Eis gelegt, wären wir heute viel weiter."

Als erstes stehen die definitive Festlegung der Trasse und planungsrechtliche Schritte an, zu denen auch die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) gehört. Die muss laut Troles neu gemacht werden, dafür müssten zwölf bis 18 Monate eingeplant werden. Für die Planfeststellung seien cirka zwölf Monate nötig, für die öffentliche Ausschreibung drei bis sechs. "Sollte die UVP im Herbst 2018 anlaufen, dann sind bis Baubeginn mindestens 2,5 bis drei Jahre zu veranschlagen", sagt sie. Frank Börner (SPD), Vizevorsitzender im Landesverkehrsausschuss, hatte jetzt in Kapellen erklärt, die Chancen stünden gut, dass die Bagger schon im Herbst 2019 anrollen könnten. Troles hält dies für unrealistisch. "Das ist Sand in die Augen streuen."

(cso-)