Grevenbroich: L 361 n: Bürgerinitiativen sind enttäuscht voneinander

Grevenbroich : L 361 n: Bürgerinitiativen sind enttäuscht voneinander

Die Initiative "Pro Ortsumfahrung" (Pro O) zeigt sich enttäuscht darüber, dass die Gemeinschaft "Rettet die Erftaue" die vor etwa drei Jahren beschlossene Kooperation aufgekündigt habe. "Wir haben von der Beendigung der Zusammenarbeit aus der Zeitung erfahren", sagt Vorsitzender Wolfgang Esser. "Nach vielen vertrauensvollen gemeinsamen Sitzungen sind wir über diese Art und Weise des Vorgehens sehr befremdet."

Obwohl sie unterschiedliche Ziele verfolgen, hatten "Pro O" und "Rettet die Erftaue" im August 2015 eine Zusammenarbeit vereinbart. Ziel war es, gemeinsam für die Verminderung von Gefährdungen durch Verkehr, Lärm und Luftverschmutzung für die Anwohner der Durchfahrtsstraßen in Kapellen und Wevelinghoven gegenüber Stadt und Land einzutreten.

Die Initiative "Pro O" habe ihre jüngsten Aktivitäten ohne Absprache auf den Bau der Landstraße 361n konzentriert, kritisiert Lothar Rübsam von "Rettet die Erftaue. "Wir wurden darüber weder informiert, noch haben wir die Chance bekommen, uns in irgendeiner Art zu beteiligen. Dieses Vorgehen betrachte ich als grob und unfreundlich uns gegenüber ", sagt der Vorsitzende. Vor diesem Hintergrund habe die Initiative die Zusammenarbeit als beendet betrachtet. "Sollte Wolfgang Esser auf uns wieder zukommen, können wir miteinander reden", betont Lothar Rübsam.

Wie der Vorsitzende von "Pro O" betont, sei man "nach wie vor in Gesprächen mit Stadt und Politik, um innerörtliche Verbesserungen zu erzielen". Zudem seien viele Bürger an den Durchgangsstraßen darüber verärgert, "dass ihre Anliegen nicht mehr gemeinsam vertreten werden". Die Initiative "Pro O" werde sich weiterhin für deren Belange einsetzen, kündigt Wolfgang Esser an. Auch für "Rettet die Erftaue", seien diese "Ad-hoc-Maßnahmen" nach wie vor entscheidend, betont Lothar Rübsam. "Es geht ja darum, möglichst schnell eine vernünftige Lösung für die betroffenen Bürger hinzubekommen."

Fernziel von "Pro O" ist der Bau der Landstraße 361n als Umgehungsstraße. "Rettet die Erftaue" wendet sich gegen diese Planung und setzt sich für den Bau der sogenannten Westtangente ein - die übrigens im Kartenteil des aktuellen örtlichen Telefonbuchs als "geplant" eingezeichnet ist.

(wilp)