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Grevenbroich: Kwasnys Stadt-Wunschzettel

Grevenbroich : Kwasnys Stadt-Wunschzettel

Kinder haben längst ihre Wunschzettel ans Christkind formuliert und abgeschickt. Die Grevenbroicher Bürgermeisterin holt das heute nach. Was sich Ursula Kwasny zum Fest der Feste für ihre Stadt wünschen würde.

Wenn Ursula Kwasny einen Wunschzettel ans Christkind schreiben dürfte, stände ein Thema ganz oben: "Alle Schulen im Stadtgebiet sollten auf Vordermann gebracht werden", sagt die Bürgermeisterin. Vieles sei zwar schon geleistet worden, doch es gebe immer noch eine Menge zu tun: "An den städtischen Gebäuden haben wir einen Sanierungsstau von rund einer Million Euro", gibt sie zu bedenken.

Und das sei viel Geld für eine Stadt, der im nächsten Jahr ein Haushaltsdefizit von 52 Millionen Euro droht. "Bei solchen Zahlen schläft es sich als Bürgermeisterin schlecht", gibt Kwasny zu.

Ein zweites Stichwort auf dem Zettel der Verwaltungschefin: die Erfthalle. "Ich wünsche mir, dass der drohende Abriss vermieden werden kann", sagt sie. Anfang Januar hat Ursula Kwasny ein Gespräch mit einem Geschäftsmann, der an einem Kauf des Objekts interessiert ist. Sie sei zwar zuversichtlich, doch Hoffnung will sie noch nicht verbreiten: "Die Rettung der Halle wäre für die Frimmersdorfer sicherlich ein schönes Weihnachtsgeschenk. Ich möchte erst aber das Gespräch abwarten."

Ebenfalls auf der Wunschliste: RWE soll die geplante "BoA plus" nicht in Niederaußem, sondern in Frimmersdorf bauen. "Dieses Kraftwerk würde ich mir für Grevenbroich wünschen", meint sie. Damit wäre der Standort — nach dem Abbau der alten 150-Megawatt-Blöcke — für die nächsten Jahrzehnte gesichert. "Bisher wissen wir ja noch nicht, wohin die Reise in Frimmersdorf hingehen soll."

Ganz oben auf der Liste steht auch der Neubau des Schlossbades. "Hier wünsche ich mir, dass uns Landrat Hans-Jürgen Petrauschke schnell die Genehmigung für das Projekt erteilen wird." Damit könnte das Planungsverfahren in Gang gebracht werden.

Mehr Gastronomie in der Innenstadt — auch das ist ein Wunsch der Bürgermeisterin. "Wir haben gute Restaurants in der City. Woran es mangelt, sind gemütliche Kneipen, wo man im Sommer auch mal draußen sitzen kann", erklärt sie. Und: Ein Café auf der Stadtparkinsel mit Blick auf die Mühlenerft und das Museum — auch das würde sich Ursula Kwasny wünschen.

Der größte Wunsch der Verwaltungschefin ist aber dieser: "Es wäre schön, wenn wir in eine Haushaltslage versetzt werden könnten, in der die Bürgermeisterin alle Wünsche in der Stadt erfüllen könnte", sagt sie. Bei einem Defizit von mehr als 50 Millionen Euro sei das aber nicht zu machen: "Im Gegenteil: 2012 wird ein schweres Jahr, in dem Wünsche auch zurückgestellt werden müssen." In 2013, so prognostiziert Kwasny, werde sich die Lage jedoch wieder etwas entspannen. Dann klaffe im Stadt-Etat "nur" noch ein Loch von etwa 20 Millionen Euro. . .

(NGZ/rl)