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Grevenbroich: Kwasny will Kreisarchiv in die Stadt holen

Grevenbroich : Kwasny will Kreisarchiv in die Stadt holen

Die Versandhalle, das Auerbach- und Waagehaus sind attraktive Alternativ-Standorte für den Erweiterungsbau des Kreisarchivs, meint die Bürgermeisterin. Doch der Landrat winkt ab.

Bürgermeisterin Ursula Kwasny nutzt die Gunst der Stunde: Sie hat dem Rhein-Kreis gestern die sogenannten "Edel-Immobilien" auf der Stadtparkinsel angeboten. Dies wären ideale Alternativ-Standorte für den in Dormagen-Zons geplanten Erweiterungsbau des Kreisarchivs.

Wie berichtet, hatten Vertreter der Denkmalbehörden am Mittwoch die Pläne für dieses Projekt in mehreren Punkten bemängelt. In diesem Zusammenhang war beim Kreis überlegt worden, statt eines neuen Entwurfs den Standort für den Erweiterungsbau nach Grevenbroich zu verlegen, konkret in die ehemalige Landwirtschaftsschule an der Schlossstraße.

Diesen Standort in "ihrer" Stadt würde die Bürgermeisterin zwar begrüßen, viel lieber würde sie dem Rhein-Kreis aber das Auerbachhaus, die Versandhalle oder das Waagehaus auf der Stadtparkinsel anbieten. "Vom Ambiente her würde das zum Kreisarchiv passen", meint Ursula Kwasny. Außerdem befinde sich das Stadtarchiv in unmittelbarer Nähe — da könnten Synergieeffekte genutzt werden.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke hat der Stadt ohnehin empfohlen, diese Gebäude zu verkaufen. Der Grund: Sie bringen der Kommune nichts ein, verschlingen aber alljährlich hohe Unterhaltungskosten, die den Haushalt belasten. Für die Stadt Grevenbroich seien sie schlichtweg zu teuer.

Das sieht mittlerweile auch die CDU-Ratsfraktion so, sie ist dem Appell der Finanzaufsicht gefolgt. Bei ihrer Haushalts-Klausurtagung am vergangenen Wochenende haben sich die Politiker um Norbert Gand für einen Verkauf dieser Immobilien ausgesprochen. Die Frage ist nur: Wer kauft so etwas?

Hierzu meldet sich nun Ursula Kwasny zu Wort: "Wir haben seit Jahren einen defizitären Haushalt, der von der Finanzaufsicht angemahnt wird. Wenn der Rhein-Kreis unsere Stadt schon als Alternativ-Standort für seine Archiv-Erweiterung betrachtet, dann sollte er eines der Gebäude auf der Stadtparkinsel in Betracht ziehen. Das wäre ein schönes Signal, das uns finanziell wirklich helfen würde", betonte die Verwaltungschefin.

Doch der Landrat winkt ab: "Wir wollen und werden in Zons bauen", sagte er gestern im Gespräch gegenüber unserer Zeitung. Auch nach der Ablehnung der Kreis-Pläne durch die Denkmalschutzbehörden werde es keinen Standort-Wechsel geben. Damit tritt Hans-Jürgen Petrauschke auch Überlegungen aus seinem Haus entgegen.

Die Pläne des Rhein-Kreises, in Zons anstelle des Bürgerhauses einen Erweiterungsbau des Kreisarchivs zu errichten, verzögern sich seit Mittwoch. Von der Denkmalbehörde kritisiert wurden unter anderem die Dachmaterialien und die uneinheitliche Fensteranordnung.

(NGZ)