Grevenbroich: Kwasny nimmt Wache von der Tagesordnung

Grevenbroich : Kwasny nimmt Wache von der Tagesordnung

Der Rat wird Donnerstag nicht über die Erweiterung der Feuerwache an der Lilienthalstraße entscheiden. Bürgermeisterin Ursula Kwasny hat das Thema gestern kurzfristig von der Tagesordnung genommen. Der Grund: Die Fraktionen wollen über das Projekt zunächst intern beraten.

Etwa 8,9 Millionen Euro wird der Umbau der Wache kosten, das hat das Bremer Architektenbüro "S3" im Auftrag der Stadt errechnet. Gestreckt über fünfeinhalb Jahre, soll dieser Betrag unter anderem in Fahrzeug- und Containerhallen sowie in Unterkünfte für die Einsatzkräfte investiert werden.

Doch die Fraktionen haben noch Beratungsbedarf: "Eine Investition von nahezu neun Millionen Euro ist in unserer Haushaltssituation nicht machbar", erklärte gestern CDU-Chef Norbert Gand. Er gibt zu bedenken: "Wenn wir uns für dieses Projekt entscheiden, könnte die Stadt in den folgenden Jahren keine anderen Ausgaben mehr tätigen." Gand rät dazu, über alternative Lösungsmöglichkeiten nachzudenken — etwa über die Kooperation mit Wehren aus benachbarten Kommunen: "Hier könnten Synergieeffekte erzielt werden."

Die SPD fordert zudem zusätzliche Informationen, erklärt Fraktionsvorsitzender Horst Gerbrand. Aus Sicht der Sozialdemokraten seien die Unterlagen für die Ratssitzung unvollständig, es fehle eine feuerwehrtechnische Einschätzung: "Werden mit dem 8,9 Millionen Euro teuren Projekt nur die notwendigen Aufgaben abgedeckt — oder befinden wir uns da schon im Bereich der Kür?", fragt Gerbrand. Zudem sei nicht klar, ob mit der Erweiterung des Gebäudes an der Lilienthalstraße die geplante (bis zu 2,5 Millionen Euro teure) Feuerwache-West vom Tisch sei.

Wenn nicht, könnte die Diskussion künftig auch dahingehend geführt werden, eine neue größere Wache an anderer Stelle zu bauen, gibt SPD-Ratsherr Holger Holzgräber zu bedenken: "Hierfür wurden Kosten von zwölf Millionen Euro veranschlagt — darüber sollte nachgedacht werden." Dass in die Feuerwehr investiert werden muss, steht für Holzgräber fest: "Das sind Pflichtaufgaben einer Stadt."

(NGZ/rl)