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Grevenbroich: Kwasny glaubt weiter an Freibad

Grevenbroich : Kwasny glaubt weiter an Freibad

Am Dienstag wurden die Fraktionen über die Entscheidung des Landrats zum Schlossbad informiert. Die Bürgermeisterin bewertet die Genehmigung des Hallenbads als Teilerfolg und setzt auf das Konzept mit Außenbecken.

Am Tag nach der Entscheidung von Landrats Petrauschke beginnt das Rätselraten. Will der Landrat tatsächlich nur ein Hallenbad genehmigen? Oder gewährt Hans-Jürgen Petrauschke für einen Außenbereich schriftlich den Spielraum, den er mündlich ausschloss? Gestern Vormittag ließ Bürgermeisterin Ursula Kwasny den Bescheid an die Fraktionen versenden.

Die Entscheidung des Landrats bietet aus Sicht der Stadtspitze genug Spielraum, um einen Außenbereich am Schlossbad zu realisieren. Foto: Reuter/Ausriss: NGZ

Nun sei die Zeit gekommen, der Politik alle Unterlagen zukommen zu lassen, stellte Kwasny eine neue Offenheit im "Projekt Schlossbad" in Aussicht. Und gab dann ihre ganz persönliche Lesart des Schreibens zu Protokoll. "Wir haben einen Teilerfolg geschafft und sind unserem Ziel ein deutliches Stück näher gekommen", sagte Kwasny gegenüber der NGZ. Damit bewertet sie die Entscheidung des Landrats als Zwischenstand, nicht als Endergebnis. Die Bürgermeisterin glaubt weiter an das ursprüngliche Konzept — an ein Kombi-Bad mit beheiztem Außenbecken für die ganze Familie.

Auch die UWG will endlich Klarheit

Ihren Optimismus leitet Kwasny aus einer Formulierung des Landrats ab, die eigentlich als Maßgabe die Genehmigung begleitet. Im Schreiben heißt es: "Sofern die Berechnungen auf einem steuerlichen Querverbund beruhen, was für die noch erbetenen weiteren Zahlen im Falle eines zusätzlichen Außenbeckens besonders wichtig sein könnte, bitte ich vor weiteren Entscheidungen sicherzustellen, dass dieser auch wirklich anerkannt wird."

Der Querverbund soll dem Gas- und Wasserwerk steuerliche Vorteile bringen und so den Betrieb des Schlossbads für das Unternehmen wirtschaftlich gestalten. "Ich gehe davon aus, dass dieser Verbund zügig genehmigt und damit auch der Außenbereich vom Landrat bewilligt wird", sagt Kwasny.

Allerdings klammert diese Interpretation den nächsten Absatz des Schreibens aus. Petrauschke kritisiert ausdrücklich beim Entwurf des 25-Meter-Beckens die "Reduzierung des Angebots" und eine damit verbundene Beeinträchtigung der "Akzeptanz und Besucherzahlen".

CDU-Fraktionschef Norbert Gand ist bei der Bewertung des Schreibens zurückhaltender als die Bürgermeisterin. Zwar sieht auch er einen Erfolg, doch ein Patentrezept, wie Petrauschke überzeugt werden soll, hat er nicht. Auch Gand will am ursprünglichen Konzept festhalten. FDP-Fraktionsvorsitzender Manfred Hermanns macht deutlich, dass es dazu — politisch — keine Alternative gibt: "Ein reines Hallenbad wird keine Mehrheit im Rat finden."

Die kleineren Ratsfraktionen fordern als Folge der Landrat-Entscheidung ein Umdenken in der Informationspolitik des Rathauses. Aus Sicht der ABG sei eine Millionen-Investition sonst nicht vom Rat zu entscheiden. In einem offenen Brief an die Bürgermeisterin formulieren die Aktiven Bürger: "Es ist nicht länger hinzunehmen, dass die Verwaltung nach billigem Ermessen eine Informationspolitik nach Salamitaktik betreibt."

Und auch die UWG will endlich Klarheit über die bisherigen Entscheidungen, fordert erneut die Einberufung des Sport- und Bäderausschusses.

"Damit habe ich kein Problem, das muss der Sportdezernent entscheiden", sagt Bürgermeisterin Ursula Kwasny.

(NGZ)