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Grevenbroich: Kurzzeitpflege soll ausgebaut werden

Grevenbroich : Kurzzeitpflege soll ausgebaut werden

In Grevenbroich ist die Zahl der Kurzzeitpflegeplätze für Ältere seit dem Jahr 2013 um das Dreifache gestiegen. Dennoch gibt es in den Ferienzeiten Engpässe. Einrichtungen wie das Seniorenstift St. Josef haben ihr Angebot bereits erweitert.

Ein Kalender ist für Barbara Kremers-Gerads (62), Leiterin im Seniorenheim Lindenhof, zurzeit überflüssig. Den Beginn der Sommerferien hat sie an der steigenden Zahl von Anrufen bemerkt. Was die Anrufer suchen: einen Platz für Kurzzeitpflege. "Die Nachfrage ist deutlich gestiegen, besonders in den Ferienzeiten", meint Kremers-Gerads. Dann könnte sie "mindestens doppelt so viele Kurzzeitpflegeplätze belegen" wie die zwei, die sie zur Verfügung hat.

Wer erst dann einen Platz für pflegebedürftige Verwandte sucht, wenn der eigene Urlaub gebucht ist, kommt in Grevenbroich zu spät. Eine frühzeitige Reservierung ist angebracht. Ein Ansprechpartner für Ratsuchende ist Marcus Mertens: Er kümmert sich beim Sozialamt des Rhein-Kreises Neuss um die Heimaufsicht. Das Angebot an Kurzzeitpflege im gesamten Rhein-Kreis Neuss bezeichnet er mit 96 Plätzen inzwischen als "gut": "Das sah vor zwei, drei Jahren noch deutlich anders aus. Das Angebot an Kurzzeitpflegeplätzen hat sich seitdem deutlich erhöht", sagt Mertens. Im vergangenen Jahr gab es nur acht solcher Plätze in Grevenbroich, jetzt können fünf Einrichtungen insgesamt 24 pflegebedürftige Senioren für kurze Zeit aufnehmen.

Dazu gehört jetzt auch das Seniorenstift "St.Josef" in Gustorf. Seit wenigen Wochen werden dort acht Plätze für Kurzzeitpflege angeboten. "Damit erweitern wir unser Leistungsangebot um einen wichtigen Baustein, der in den vergangenen Monaten verstärkt nachgefragt wurde", erläutert André Rasch, Leiter der Einrichtung. Sieben dieser acht Plätze sind dort bereits belegt - und Rasch rechnet mit weiteren Anfragen in den Sommerferien. "Wer schon weiß, wann er wieder einen Pflegeplatz wünscht, der sichert sich bereits jetzt den Termin für das kommende Jahr", sagt André Rasch. Eine Erfahrung, die Barbara Kremers-Gerads bestätigen kann: "Viele unserer Gäste kommen seit Jahren, sind Stammkunden." Bereits jetzt seien schon Termine für 2015 gebucht worden. Auch Hans-Werner Reisdorf, Geschäftsführer des Caritasverbands in Grevenbroich, kennt die gestiegene Nachfrage nach Kurzzeitpflege "in den Ferien und rund um Feiertage". Er sagt aber auch: "Unsere fünf Plätze im Haus St. Barbara sind nicht das gesamte Jahr über ausgelastet."

Pflegebedürftige Ältere und ihre Familien zu unterstützen - das sei nicht nur während der Ferientage, sondern auch in Krisenzeiten gefragt, weiß André Rasch. Manchmal sei die Betreuung in den eigenen vier Wänden nicht möglich, wenn etwa erst ein Pflegedienst organisiert oder die Wohnung umgebaut werden müsse.

Doch Angehörige nutzten die Kurzeitpflege nicht nur, wenn sie selbst krank oder im Urlaub sind, ist die Erfahrung von Barbara Kremers-Gerads: "Inzwischen erkennen auch immer mehr Angehörige, die ihre Verwandten zu Hause pflegen, dass sie eine Auszeit brauchen." Wer Verwandte pflegt, kann für jeweils bis zu 28 Tage pro Jahr Leistungen aus der Pflegekasse in Anspruch nehmen. Wie das Seniorenstift St. Josef werde jetzt auch im "Lindenhof" überlegt, die Zahl der Kurzzeitpflege-Plätze zu erhöhen.

(NGZ)