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Grevenbroich: Kunstwerk liegt auf dem Trockenen

Grevenbroich : Kunstwerk liegt auf dem Trockenen

Die Angelrute ist dem Jungen aus Terrakotta abhanden gekommen, das Umfeld der Skulptur "Erftkolk" am Ufer gegenüber der Mühle Kottmann in Wevelinghoven bietet einen trostlosen Anblick: Einige Meter weiter haben sich Bretter und anderes Treibholz in der Erft angestaut, Müll liegt herum. Und der zum Ensemble – zwei auf Mühlsteinen hockende Jungen – gehörende Fisch ist gestrandet. Früher "schwamm" er im seichten Wasser am Erftufer.

Die Angelrute ist dem Jungen aus Terrakotta abhanden gekommen, das Umfeld der Skulptur "Erftkolk" am Ufer gegenüber der Mühle Kottmann in Wevelinghoven bietet einen trostlosen Anblick: Einige Meter weiter haben sich Bretter und anderes Treibholz in der Erft angestaut, Müll liegt herum. Und der zum Ensemble — zwei auf Mühlsteinen hockende Jungen — gehörende Fisch ist gestrandet. Früher "schwamm" er im seichten Wasser am Erftufer.

Der Wasserstand der Erft ist zurückgegangen, die Terrakotta-Skulptur liegt deutlich weiter vom Ufer entfernt als früher. "Das Umfeld der Skulptur sieht nicht schön aus", erklärt der Wevelinghovener CDU-Politiker Holger Leusch. und Wolfgang Kottmann von der Mühle findet es schade, "dass das Areal ungepflegt ist. Das sah besser aus, als die Erft noch voller war."

Die Mühle Kottmann hatte die Mühlsteine für die Gruppe zur Verfügung gestellt. 1993 hatte die mittlerweile verstorbene Künstlerin Anneliese Langenbach die Skulptur geschaffen, an vielen Orten in der Stadt stehen ihre Werke. Eigentümerin von "Erftkolk" ist die Stadt, für den Fluss ist dagegen der Erftverband zuständig. "Die Skulptur wurde an einer ungünstigen Stelle aufgestellt. Dort gibt es eine Kreiselströmung. Auch wenn wir das Treibgut beseitigten, würde sich schnell neues sammeln", erklärt Luise Bollig, Sprecherin des Verbandes. Und der Fisch dürfte auch in Zukunft auf dem Trockenen liegen. "RWE leitet weniger Sümpfungswässer ein, der Wasserstand in der Erft ist bereits gesunken und wird weiter sinken." Nach dem Perspektivkonzept des Verbandes wird sich die Wassermenge im Fluss bis 2045 etwa halbieren. "Es sollte überlegt werden, das Kunstwerk zu versetzen", so Bollig. Dafür fehlt aber der Stadt das Geld. "Wir haben keine Haushaltsposition für die bildende Kunst. Für eine Versetzung müssten Sponsoren gefunden werden", sagt Kulturfachbereichsleiter Stefan Pelzer-Florack. Die fehlende Angelrute werde die Stadt aber erneuern.

(NGZ/ac)