Grevenbroich: Kunden sollen Händler benoten

Grevenbroich : Kunden sollen Händler benoten

Im Frühling 2012 werden IHK Mittlerer Niederrhein und Werbering Passanten auf der Straße und Händler interviewen: Sie sollen die Einkaufssituation benoten, Pluspunkte und Schwachstellen nennen.

Was kaufen Kunden wie oft in der Grevenbroicher Innenstadt ein? Was gefällt ihnen, was vermissen sie? Dies sind einige Punkte, die die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein im Frühjahr 2012 erfragen will. Auch die Einzelhändler sollen einen Katalog aus 20 Fragen bearbeiten. Das Ergebnis: eine Note von 1 (sehr gut) bis 5 (mangelhaft). Auftraggeber der Studie ist der Werbering Grevenbroich. "Wir denken, dass der kommende Frühling der ideale Zeitpunkt ist. Dann ist die City in den beiden Einkaufszentren neu aufgestellt", sagt Werbering-Vorsitzender Fred Schlangen. "Für uns ist eine solche Bewertung sehr interessant."

Vor- und Nachteile erfahren

Romy Seifert (32), Referentin der IHK, hat die Händler- und Passantenbefragung bereits in den Rhein-Kreis-Städten Kaarst (im Dezember 2010) und Dormagen (im März 2011) begleitet. Sie weiß: "Dieses Produkt wird von den Händlern sehr gut angenommen." Sie würden insbesondere von Verbesserungsvorschlägen profitieren.

Beispiel Kaarst: Hier hatte der Handel gute Noten erhalten (die NGZ berichtete). Als ein Kritikpunkt wurden die Öffnungszeiten genannt: Mittagspausen empfanden viele Kunden als zu lang oder den Ladenschluss am Samstag als zu früh. Kritisiert wurde fehlende Barrierefreiheit: Das Einkaufscenter Maubishof war wegen einiger Stufen für Senioren, Benutzer von Rollatoren und Rollstühlen oder Eltern mit Kinderwagen nur unkomfortabel zu erreichen. "Hierauf hat die Politik mit baulichen Veränderungen reagiert", sagt die IHK-Refrentin.

Beispiel Dormagen: Zwar wurde die Einkaufsqualität als "gut bis befriedigend" beurteilt. Kritisiert wurden die mangelnde Attraktivität in der Innenstadt und zu wenig attraktive Plätze zum Verweilen wie Grünflächen, Bänke oder Spielgeräte. "Auch hier gibt es bereits Pläne für Veränderungen, etwa bei der Umgestaltung des Marktplatzes", so Romy Seifert.

Und so werden die Interviews ablaufen: Eine Studentin wird 150 Passanten auf der Straße befragen – jeweils zu gleichen Anteilen Frauen und Männer, Jüngere und Ältere. 18 Fragen beziehen sich dabei auf die allgemeine Einkaufssituation und das eigene Konsumverhalten; zwei beziehen sich speziell auf Grevenbroich. "Die Händler werden die Fragebögen per Post erhalten. Vielleicht werden wir auch noch mal nachfassen müssen", sagt Romy Seifert. Denn die Erfahrung zeigt: Deren Rücklaufquote sei oft sehr gering. In Dormagen hätten von 160 Angeschriebenen lediglich 20 den Fragebogen ausgefüllt und zurückgesandt.

(NGZ)
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