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Grevenbroich: Kümmerer für Radler gesucht

Grevenbroich : Kümmerer für Radler gesucht

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) macht sich für einen Fahrradbeauftragten im Rathaus stark – als zentralen Ansprechpartner für Bürger. Die Stadtverwaltung sieht dafür keinen Bedarf.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) macht sich für einen Fahrradbeauftragten im Rathaus stark — als zentralen Ansprechpartner für Bürger. Die Stadtverwaltung sieht dafür keinen Bedarf.

Rund 5000 Kilometer ist Heiko Fiegl im Jahr auf dem Rad unterwegs. Immer dabei: Kamera und Schreibblock, mit dem der 69-Jährige vom Sprecherteam des ADFC Mängel auf den Radwegen festhält. Die Ansprechpartner im Rathaus dafür kennt er. "Aber wohin wendet sich der Bürger, wenn er Probleme etwa mit einem Radweg hat? Er hat bei der Stadt keinen allgemein bekannten Ansprechpartner", sagt Peter Wimmer, ebenfalls im Sprecherteam des ADFC. Die Interessenvertreter der Radfahrer fordern einen "Fahrradbeauftragten als zentrale Anlaufstelle", so Fiegl.

Ein solcher Beauftragter, wie ihn etwa die Stadt Dormagen hat, könnte laut Fiegl "zudem innerhalb der Fachbereiche und mit anderen Behörden Fragen rund um den Radverkehr koordinieren." Die Erstellung eines Fahrrad-Stadtplans könnte eine weitere Aufgabe sein. "Im Bauausschuss ist erklärt worden, dass die Stadt künftig anstrebt, das Zertifikat als fahrradfreundliche Stadt zu erlangen. Der Fahrradbeauftragte wäre ein Schritt in diese Richtung", argumentiert Fiegl, der betont: "Eine solche Position muss keine zusätzlichen Kosten verursachen, es geht um die Bündelung von wahrgenommenen Aufgaben."

Im Rathaus wird das Thema anders gesehen: "Für Belange des Radverkehrs ist Ursula Hauguth bei der Verkehrslenkung zentrale Ansprechpartnerin. Außerdem besteht der Arbeitskreis für Radverkehr mit Vertretern der Politik, der Verwaltung, Polizei und des ADFC", erklärt Stadtsprecher Andreas Sterken. "Für eine Fahrradbeauftragten sehen wir deshalb keinen Bedarf." Trotz unterschiedlicher Ansicht in diesem Punkt: Fiegl und Wimmer sprechen von einer guten Kooperation mit der Stadt. Vor rund einem Jahr nahm der Arbeitskreis seine Arbeit auf. Die Mitglieder strampelten bereits zu etlichen Radwegen, um Mängel zu beheben. "Gemeinsam haben wir schon einiges erreicht", sagt Wimmer, der im Internet eine vom ADFC erstellte Foto-Dokumentation mit kritischen Stellen im Radwegenetz pflegt.

Noch immer warten rund 90 Mängel auf Beseitigung. Oft sind es Kleinigkeiten, fehlt beispielsweise ein Schild. "Ärgerlich sind nicht abgesenkte Kanten zwischen Fahrbahn und Radweg. Das kann zum Sturz führen", schildert Fiegl. Auch Peter Wimmer berichtet von gefährlichen Stellen. "Auf der Langwadener Straße und Rhenaniastraße in Wevelinghoven ist der Radweg für beide Fahrtrichtungen freigegeben. Doch dafür ist er zu eng und zu unübersichtlich."

Der ADFC plädiert dafür, Radfahrern an solchen Stellen durchSchilder freizustellen, ob sie auf der Fahrbahn oder auf Radweg radeln. "Die Straßenverkehrsordnung lässt dies neuerdings zu."

(NGZ)