Grevenbroich: Kubanische Nacht war wieder ein voller Erfolg

Grevenbroich: Kubanische Nacht war wieder ein voller Erfolg

Immer dann, wenn der Sommer Halbzeit hat, kommt die Kubanische Nacht, um den Besuchern auf der Wiese vor Schloss Hülchrath ein spezielles, intensives und exotisches Sommer-Feeling zu vermitteln.

Dass kein Besucherrekord aufgestellt werden konnte, mag an der Wettervorhersage gelegen haben. Das fing ja gut an: Bereits um 19.10 Uhr setzte zum ersten Mal leichter Regen ein, erste Schirme wurden aufgespannt, viele Besucher blieben trotzdem entspannt. "Mal ein Regenschauer, das wird auf Kuba nicht so eng gesehen", sagte Beate Krempe aus Willich, die bei weitem nicht die längste Anreise hatte. Aus Krefeld und Umgebung waren Mitglieder einer Trommelgruppe gekommen, des exotischen Flairs wegen. Die exotischen dunkelhäutigen Schönheiten unter den Besuchern konnte man zwar an den Fingern beider Hände abzählen, aber insgesamt war das Flair schon ungewöhnlich. Niemand musste voll in eine fremde Kultur eintauchen, wer keinen Appetit auf ungewöhnliche Speisen wie panierten Stockfisch oder frisch gegrillte Sardinen hatte, konnte zu Würstchen oder Nackensteak greifen. Und neben exotischen Drinks, wie dem Klassiker Caipirinha, gab es natürlich auch Pils, Alt, Limo und Cola. Die Nachfrage war groß, wem der Magen knurrte, der musste schon mal anstehen.

Die Sängerin Barbara y VaiVen hatte auf Kuba sogar noch im legendären Buenavista Social-Club gesungen. Die vor 20 Jahren ausgewanderte Kubanerin war der Star des Abends. Während sonst drei Bands auftraten, stand diesmal zwar nur die Formation "Barbara y VaiVen Cubano" auf der Bühne, aber dafür in immer wechselnder Besetzung. Alle Musiker hatten auf Kuba Musik studiert, alle zeigten jetzt, was sie draufhaben: Egal, ob Salsa, Son Timba, Latin Jazz, Latin Pop oder Cha cha cha, die Musiker beherrschen alle Genres lateinamerikanischer Musik. Das gefiel den allermeisten Besuchern.

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Einigen wenigen Gästen waren die Klänge jedoch ein wenig zu angepasst an die hiesigen Verhältnisse, nicht mehr typisch kubanisch genug. Michael Escuriola, der 20-jährige Sohn der Frontfrau Barbara, verriet: "Etliche unserer Musiker treten auch mit Helene Fischer auf, die wirklich cool ist." Gar nicht cool, sondern eher wie Schuljungen in den 1960er Jahren, die ihren Blick im Kiosk von einem zum anderen mit Süßigkeiten gefüllten Glas schweifen ließen, wirkten die Kunden von Susanne Korn und Mirko Sitar am Zigarren-Stand. Die teuerste Zigarre, eine Zino Davidoff Crown, kostete schlappe 31 Euro - sie kommt allerdings aus der Dominikanischen Republik beziehungsweise aus Nicaragua. "Kuba hat das beste Klima für Zigarren", sagte Mirko Sitar. Zu den interessierten Kunden gehörte auch Robert Jordan.

(NGZ)
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