Grevenbroich: Kröten wandern wieder: Stadt sperrt Tribünenweg

Grevenbroich : Kröten wandern wieder: Stadt sperrt Tribünenweg

So eine männliche Erdkröte ist schon ein schlaues Tier: An flachen Stellen – beispielsweise eine Straße – wartet sie auf die Herzdame, um sich von ihr zum Heimatgewässer tragen zu lassen und anschließend ihre abgelegten Eier zu befruchten. "Und was ist für eine Kröte schon gefährlicher als eine Straße?", meint Norbert Wolf, Umweltbeauftragter der Stadt. Er warnt vor wandernden Kröten in den kommenden zwei Monaten in Grevenbroich.

Leidenschaftliche Liebe macht bekanntlich blind – auch die Kröten. Und viel und schnell befahrene Straßen sind häufig für sie der Weg in den qualvollen Krötentod. "Der Luftdruck eines mit 50 km/h fahrenden Autos reicht schon aus, um die wandernden Grasfrösche, Molche und Erdkröten zu töten", erklärt Wolf. Wegen der milden und feuchten Witterung könne jetzt jeden Tag die Wanderung beginnen. Deshalb ist die Gefahr ab jetzt besonders groß – gerade in der Dämmerung, wenn es für die kleinen Land- und Wassertiere heißt: Rush Hour.

In der Dämmerung ist Rush Hour

Vor allem in der Gegend der ehemaligen Klärteiche der Zuckerfabrik in Wevelinghoven gibt es Tausende Amphibien. "Daher ist in den nächsten Wochen am Tribünenweg von der K10, vom Hemmerder Weg und der Brückenstraße von 19 bis 7 Uhr mit Straßensperrungen zu rechnen", berichtet der Umweltschutzbeauftragte. Aus Gründen des Artenschutzes hat Norbert Wolf neben den Straßensperrungen auch verschiedene Schutzvorkehrungen veranlasst: "An der L361 in Richtung Neuenhausen und im Bereich der Straße Zur Wassermühle in Richtung Gustorf gibt es einen Tunnel unter der Straßendecke, durch den die Kröten wandern können." An der K10 bei den Klärteichen wurde ein Fangzaun aufgestellt: "Die dort gesammelten Tiere werden von unseren Zivildienstleistenden täglich über die Straße getragen. An der Autobahn 540 nutzen die Amphibien die bestehenden Unterführungen", so Wolf.

(NGZ)