Grevenbroich: Kritik aus Bedburg: Stadt und Kreis blockieren S-Bahn

Grevenbroich: Kritik aus Bedburg: Stadt und Kreis blockieren S-Bahn

Ein von der Gesellschaft Nahverkehr Rheinland in Auftrag gegebenes Gutachten belegt: Der Bahnknoten Köln ist völlig ausgelastet. Nur umfangreiche Investitionen ins Schienennetz könnten Abhilfe schaffen, meint das Schweizer Planungsbüro SMA.

Die Experten schlagen insgesamt 15 Umbauten vor. Darunter auch die in Grevenbroich seit Jahren kontrovers diskutierte Umwandlung der Regiobahn 38 zur S-Bahn.

"Dieses Gutachten ist eine Chance für die Erftbahn, ein wichtiger Schritt auf dem Weg in eine neue Epoche", sagt der Vize-Bürgermeister Helmut Paul (CDU) aus Bedburg, der sich seit Jahren für eine S-Bahn zwischen Horrem und Düsseldorf starkmacht. Was der Politiker bedauert: Die SMA-Gutachter haben lediglich einen Ausbau bis Bedburg vorgeschlagen; auf der weiteren Strecke über Grevenbroich und Neuss nach Düsseldorf soll alles beim alten bleiben.

"Dieser Vorschlag ist wohl auf die bisherige Komplettverweigerung des Rhein-Kreises, des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr und der betroffenen Kommunen zurückzuführen", vermutet Paul. Weder der Rhein-Kreis noch die Stadt Grevenbroich hätten sich aus seiner Sicht bisher als Unterstützer einer S-Bahn-Lösung hervorgetan. "Im Gegenteil: Sie haben eher im Bremserhäuschen gesessen", so der Vize-Bürgermeister. Helmut Paul hält das für falsch: "Die Bürger im Rhein-Kreis sollten weiter über die Möglichkeiten eines durchgängigen gemeinsamen Projekts informiert werden, bevor die Erft-S-Bahn wegen unterschiedlichen Auffassungen im Konzert der landesweiten Planung zurückfällt."

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Landrat Hans-Jürgen Petrauschke hatte gegenüber der NGZ unlängst noch die Idee einer S-Bahn abgelehnt. Die RB38-Strecke in Richtung Neuss müsste zweigleisig ausgebaut, die Bahnübergänge müssten beseitigt und ein 20-Minuten-Takt eingeführt werden. "Das ist weder finanzierbar noch notwendig, da die Züge ohnehin alle 30 Minuten fahren", so der Landrat.

Der Kreistag hatte sich erst in der vergangenen Woche für Verbesserungen auf der RB38-Linie starkgemacht. CDU und FDP forderten ein ausreichendes Platzangebot für Pendler sowie einen zusätzlichen Zug um Mitternacht zwischen Neuss und Grevenbroich. Die SPD schloss sich diesen Forderungen an. Ihr Ziel, so Fraktionschef Rainer Thiel, bleibe jedoch eine S-Bahn.

(NGZ/rl)
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