Grevenbroich: Kritik an Hammerwerk-Plänen

Grevenbroich : Kritik an Hammerwerk-Plänen

Vor fünf Jahren war die Stadt mit Ausbau-Plänen für die Straße Am Hammerwerk vor Gericht gescheitert, nun läuft der zweite Versuch. Doch es regt sich Widerstand, Unternehmer fürchten etwa erhebliche Umsatzeinbußen.

Unfälle gibt's reichlich, Linksabbieger kommen kaum aus Ausfahrten heraus. Die Stadt sieht für die Straße Am Hammerwerk Handlungsbedarf. Die Straße soll auf 450 Metern Länge um fünf Meter verbreitert werden, einen Mehrzweckstreifen zum Abbiegen und zwei Radwege erhalten. Doch längst nicht alle sehen dem Umbau mit Freude entgegen: "Wir befürchten während der Arbeiten massive Umsatzeinbußen", so Ulrich Kohnen (47) vom "Fressnapf". Er sieht die "Gefahr, dass viele Kunden dann die Straße meiden könnten. Zu uns kommen täglich 400 bis 600 Autofahrer."

Kritik haben auch andere. 2006 war die Stadt nach einer Klage vor dem Oberverwaltungsgericht Münster mit ihren Plänen gescheitert. Das Gericht bemängelte, dass nicht für jedes einzelne Grundstück die Betroffenheit abgewogen worden sei. Die Stadt braucht Boden von Nachbargrundstücken.

Die Politik beschloss einen zweiten Versuch, und wieder regt sich reichlich Kritik. Nach NGZ-Informationen muss sich der Planungsausschuss am Dienstag mit etwa zehn Einwendungen befassen. Wie Kohnen sehen Uwe Quix (Bosch-Car Service) und Kai Tillmanns (Best Car Wash) die Notwendigkeit für den Ausbau – "aber maßvoll", betont Tillmanns (35). So müsse die Straße nicht auf beiden Seiten Radwege erhalten, heißt es beim Ortstermin, möglich sei auch ein Radweg am Elsbach entlang.

Die Hauptkritik der drei gilt dem Umbau: "Wer will mit einem frisch gewaschenen Wagen über eine von Bauarbeiten verschmutzte Straße fahren?", fragt Tillmanns. Uwe Quix (51) bemängelt: "Wir bekommen kaum Informationen von der Stadt. Wir wollen wissen, wie lange der Umbau dauert und die Bauzeitenplanung aussieht." Die Stadt geht von acht Monaten aus. "Für manche Betriebe sind die Pläne existenzgefährdend", so UWG-Ratsherr Carl Windler (28), der viele weitere Probleme sieht. "Vom Umbau sind viele betroffen. Bei Edeka und anderen sollen Stellplätze wegfallen. Und bei Praktiker würde die Außenverkaufsfläche auf ein Minimum reduziert." Windler hält die Planung für "überdimensioniert", plädiert für eine "bedarfsgerechte" Lösung. Laut UWG reichen die Erneuerung der Fahrbahn, die Anlage von Zebrastreifen, Tempo 30 und absolutes Halteverbot. "Unbeantwortet ist die Frage, wie die Stadt ihren Eigenanteil von mindestens 300 000 Euro aufbringen soll." Im Herbst hatte sich die UWG mit ihren Vorschlägen im Ausschuss nicht durchsetzen können.

Eine Lanze für die Pläne bricht CDU-Fraktionschef Norbert Gand: "Nach Ausbau läuft der Verkehr flüssiger, das Verkehrschaos zu Stoßzeiten wird vermieden." Eine weitere Verbesserung vor allem für Abbieger würde ein Kreisel an der Kreuzung Rheydter Straße bringen – ein Projekt für künftige Jahre.

(NGZ)