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Grevenbroich: Kritik an Gebäudemanagement

Grevenbroich : Kritik an Gebäudemanagement

CDU-Chef Norbert Gand kritisiert die Arbeit der stätischen Gebäudemanager als "zu wenig professionell". Er schlägt eine straffere Organisation oder ein Outsourcing vor. Dezernent Claus Ropertz zeigt sich überrascht.

Wenn CDU-Fraktions-und Stadtverbands-Chef Norbert Gand auf das Thema "Städtisches Gebäudemanagement" angesprochen wird, ist er äußerst kritisch: "In diesem Fachbereich herrscht zu wenig Professionalität. Vielleicht ist dort eine straffere Organisationsstruktur notwendig."

Was der CDU-Politiker sich auch vorstellen kann: "Teile dieser Aufgaben aus der Verwaltung auszulagern." Einen ähnlichen Vorschlag hat Gand bereits für die städtischen Reinigungskräfte gemacht: Auch diese Aufgabe sollten Privatfirmen übernehmen. Die Stadt mit dem 52-Millionen-Loch im Etat könnte damit laut Gand pro Jahr bis zu 500 000 Euro sparen — und würde sich an der Wirtschaft orientieren, wo dieses Modell bereits erfolgreich praktiziert werde. "Soziale Härtefälle sollen vermieden werden", betont der CDU-Fraktions-Chef.

Gebäudemanagement auslagern?

Was bedeutet "Gebäudemanagement"? Angesiedelt ist dieser Fachbereich im Dezernat von Claus Ropertz. Drei unterschiedliche Aufgaben werden dort geleistet: im Bereich "Hochbau" werden baulich-technische Fragen bearbeitet, ein weiterer Bereich kümmert sich um städtische Liegenschaften und in einem dritten, kaufmännischen Bereich — vergleichbar einer Hausverwaltung — geht es um Fragen der Vermietung, Verpachtung und auch der Reinigung von Gebäuden.

Rund 200 Immobilien befinden sich zurzeit im Besitz der Stadt. Dazu gehören ehemalige Hausmeister-Wohnungen ebenso wie Gastronomiebtriebe oder Veranstaltungshallen. Einige Immobilien-Beispiele, die jeder Grevenbroicher kennt: die alte Feuerwache, die Versandhalle auf der Stadtparkinsel, die Erfthalle, Gaststätten wie "Haus Portz", "Haus Neurath" oder das Lokal im Alten Schloss. Gerade an der Verpachtung der Gaststätten in städtischen Immobilien übt Norbert Gand heftige Kritik: "Hier sind vor 20, 30 Jahren Verträge geschlossen worden, deren Konditionen absolut unwirtschaftlich sind." Hier müsse die Stadt handeln.

"Keine Kritik in Gremien"

Dezernent Claus Ropertz wollte gestern zur Kritik am städtischen Gebäudemanagement keine Stellung beziehen. Er äußerte sich dahingehend überrascht, dass "es bisher in den politischen Gremien, in denen auch die Entscheidungen zu städtischen Immobilien getroffen worden seien, keinerlei Kritik an der Arbeit gegeben habe". Mit Blick auf die Pachtverträge für Restaurantbetreiber meint Ropertz: "Die Stadt hat keine neuen Verträge mit Gastronomen abgeschlossen." Die bestehenden Vereinbarungen seien teilweise vor vielen Jahren geschlossen worden und hätten teilweise auch eine entsprechend lange Laufzeit.

(NGZ)