Kritik am City-Management in Grevenbroich

Grevenbroicher Innenstadt : Heftige Kritik am Innenstadt-Management

Laut UWG und „Mein Grevenbroich“ wurde das Ziel, die Stärkung der Grevenbroicher City, verfehlt.

Reichlich Kritik gab es im Planungsausschuss zum Abschlussbericht für das Innenstadt-Management, aber auch nachdenkliche Worte. Dass die Politik die von Wolfgang Haensch von der Kölner Gesellschaft Cima gezogene Bilanz nicht kommentarlos hinnehmen würde, hatte sich bereits im Vorfeld der Sitzung abgezeichnet.

Wolfgang Haensch stellte im Ausschuss Projekte aus der dreijährigen Arbeit vor – wie den Einzelhandels und Gastronomiereport, die Beratung von Unternehmen und Immobilieneigentümern oder das Flächen-Infomationssystem für Immobilien, mit dem die Stadt nun weiter arbeiten könne. Sein Abschluss-Fazit wohl auch mit Blick auf bisherige Kritik: „Manche haben gedacht, dass das Innenstadt-Management eine Eier legende Wollmilchsau ist, die alles richtet. Das kann City-Management nicht leisten. Wir haben einiges unterstützt, Prozesse begleitet, nicht alles war umsetzbar“, sagte Haensch,

„Dabei zu sein ist keine Form des Managements“, entgegnete UWG-Fraktionschef Carl Windler. „Wir haben unterschiedliche Auffassungen von Management.“ Geleistet worden sei vor allem eine Bestandsaufnahme. „Das ist uns zu wenig. Das Ziel Erhaltung und Stärkung der Innenstadt im Bereich des Einzelhandels und Gastronomie wurde verfehlt“, lautete das Fazit von Carl Windler angesichts der aktuellen Leerstände.

Deren Zahl ist zwischen November 2015 und April 2018 nicht reduziert worden, sondern hat von 24 auf 37 Leerstände sogar noch kräftig zugelegt. Wolfgang Haensch wies aber darauf hin, dass manches bislang leere Ladenlokal wieder bezogen worden sei. „Das macht Mut für die weitere Arbeit.“

Auch auf konkrete Projekte gingen Politiker ein und kamen zu ganz anderen Schlüssen wie die Cima. Im Bericht wurde auf die Unterstützung beispielsweise bei der Einrichtung des Feierabendmarktes oder der Einführung der Feinkauf-Karte hingewiesen. „Die Idee zum Feierabendmarkt ist aus der Politik gekommen, das sollten Sie nicht auf Ihre Fahnen schreiben“, betonte Carl Windler. Und Bernhard Oberbach von der Fraktion „Mein Grevenbroich“ erklärte: „Das Innenstadt-Management ist weder am Konzept noch an der inhaltlichen Ausführung der Feinkaufen-Karte beteiligt gewesen.“ Auch sonst ging Oberbach mit dem Abschlussbericht hart ins Gericht. „Wir finden keine Konzepte oder Handlungsempfehlungen für die Stadt.“

Und das Engagement für einheitliche Öffnungszeiten in City-Geschäften habe „außer einer Excel-Tabelle nichts gebracht – aus unserer Sicht ein Flop“, sagte Oberbach. Die Bilanz insgesamt sei „ernüchternd. Am Status quo der Situation in der Innenstadt, im Montzviertel und Bahnhofsquartier hat sich nichts geändert.“ Norbert Gand (CDU) wertete die von Cima geschaffene Datenbasis als wichtige Grundlage „für künftige Entscheidungen“.

Der städtische Beigeordnete  Florian Herpel konstatierte am Schluss der lebhaften Diskussion, dass „Erwartungshaltungen und Leistungsmöglichkeiten auseinander fallen“. Seine Schlussfolgerung für die Zukunft: Bei künftigen Projekten dieser Art, so meint er, sollte bei der Beauftragung „noch präziser als bisher formuliert werden“.

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