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Grevenbroich: Kreiskrankenhaus setzt auf Spezialisierung

Grevenbroich : Kreiskrankenhaus setzt auf Spezialisierung

Die Klinik sammelt Zertifikate, hat jetzt die Urkunde fürs Darmkrebszentrum erhalten. Das Ziel: mit Schwerpunkten den Standort stärken.

An der Von-Werth-Straße war sie sehnsüchtig erwartet worden: "Die Urkunde für das Zertifikat des Kreiskrankenhauses St. Elisabeth als Darmkrebszentrum der Deutschen Krebsgesellschaft ist jetzt bei uns eingetroffen", sagt Krankenhausdirektor Ralf H. Nennhaus. Im Januar hatte er die Mitteilung erhalten, dass das Haus die Anerkennung erhält. 2013 bereits war die Klinik für Chirurgie und Unfallchirurgie dort erneut als "Lokales Traumazentrum" im Düsseldorfer Netzwerk von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie zertifiziert worden.

Der Krankenhauschef und sein Team sammeln solche Urkunden nicht etwa als sportliche Leistung. Die Klinik will sich ein unverwechselbares Profil in der Krankenhauslandschaft geben und den Standort stärken. Nennhaus setzt auf Spezialisierung und Schwerpunkt-Bildung: "Krankenhäuser müssen in Zukunft mehr als bisher ihre Stärken hervorheben, sie müssen mehr spezielle medizinische Angebote machen, die andere nicht haben. Außerdem müssen sie sich auf Schwerpunkte konzentrieren, in der modernen Medizin kann eine Klinik nicht alles zugleich anbieten."

Laut dem NRW-Krankenhaus-Plan sollen landesweit rund 10.000 Klinik-Betten abgebaut werden. Ist das der Grund für die Schwerpunktbildung? "Nein, die beiden Kreiskrankenhäuser sind gut aufgestellt", sagt Nennhaus. "Aber es gut, in der Diskussion mit besonderen Stärken aufzuwarten, die von Dritten geprüft und bescheinigt werden." Stolz ist er zum Beispiel auf das zertifizierte Darmkrebszentrum.

"Da ist viel Einsatz und Herzblut hinein geflossen. Wir haben ein interdisziplinäres Netzwerk zum Wohle der Patienten geschaffen. Das Krankenhaus arbeitet etwa mit der Gastro-enterologischen Praxis Naumann Hülsdonk im Fachärztezentrum zusammen, aber auch mit dem Institut für Pathologie, das ebenfalls auf unserem Gelände ansässig ist, und mit der radiologischen Gemeinschaftspraxis", so Nennhaus: "Krebserkrankungen nehmen zu, deswegen ist es wichtig, auf diese Erkrankungen besonderes Augenmerk zu legen".

Auch ein weiteres Netzwerk befasst sich mit der Krankheit Krebs. Das St.-Elisabeth-Krankenhaus ist mit dem Johanna-Etienne-Krankenhaus und der Strahlentherapie am Lukas-Krankenhaus als "Brustzentrum Rhein-Kreis Neuss" zertifiziert. "Das Brustzentrum wird ein Schwerpunkt der gemeinsamen Frauen-Kliniken sein und stärkt den Standort Grevenbroich, auch wenn die Frauenkliniken in Dormagen und Grevenbroich organisatorisch zusammengelegt werden", sagt Nennhaus.

Als Schwerpunkt nennt er auch das lokale Traumazentrum, das sich um Unfallverletzte kümmert. "Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist auch dabei sehr wichtig. Wenn ein Motorradfahrer mit einer Kopfverletzung eingeliefert wird, muss ich wissen, was ich selbst leisten kann und wo ich andere Partner im Netzwerk, etwa die Unikliniken Düsseldorf, hinzuziehen muss."

(NGZ)