1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Kreis und Land kooperieren bei L 361n

Grevenbroich : Kreis und Land kooperieren bei L 361n

Stadtrat verabschiedet eine Resolution für die Ortsumgehung. Planungsvereinbarung wird jetzt vorbereitet.

Gleich zwei Weichen stellten Politik und Behörden, um den Bau der Ortsumfahrung L 361n für Kapellen und Wevelinghoven zu forcieren. Im Kreisständehaus trafen sich gestern Vertreter des Rhein-Kreises, der Stadt und des Landesbetriebs Straßen NRW, um über den Abschluss einer Planungsvereinbarung für die L 361n zu beraten. Der Kreis hat sich bereiterklärt, für das Straßenprojekt die Bauplanung federführend zu begleiten, um die Realisierung zu beschleunigen. Beim Land fehlen Planungskapazitäten. "Unser Thema ist nicht, dass wir nicht bauen wollen. Unser Thema ist es, die benötigten Kapazitäten schnell genug aufzubauen", hatte Landesverkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) kürzlich beim Besuch in der NGZ-Redaktion erklärt. Die frühere rot-grüne Landesregierung hatte beim Straßenbau Sanierung vor Neubau gestellt

Am Tisch im Ständehaus saßen neben der Landtagsabgeordneten Heike Troles (CDU), von der die Initiative für das Treffen ausging, Landrat Hans-Jürgen Ptrauschke - der den Bau unterstützt - und andere Kreisvertreter auch Bürgermeister Klaus Krützen und Christoph Jansen, Leiter der Straßen NRW-Regionalniederlassung in Mönchengladbach. "Es ist an der Zeit, die Ärmel hochzukrempeln und diesmal wirklich für den Bau der L 361n zu sorgen", sagte Troles. "Wir rechnen im Sommer mit der Unterzeichnung der Planungsvereinbarung." Im Herbst könnten die Arbeiten beginen. "Sich zeitlich überschneidend werden die ökologischen Gutachten der Umweltverträglichkeitsprüfung, die Aktualisierung der technischen Planung und die Verkehrsprognose in Auftrag gegeben", erläutert Troles das weitere Vorgehen. "Es kommt Bewegung in die Sache. Ich begrüße die Zusammenarbeit von Stadt, Kreis und Land", sagte Klaus Krützen.

Am Mittwoch Abend hatte sich der Stadtrat in einer Resolution mit Mehrheit für den Bau der L 361n ausgesprochen. "Die stetige Zunahme des Pkw- und Lkw-Verkehrsaufkommens führt dazu, dass der Verkehr auf der L 361 in den letzten Jahren dramatisch zugenommen hat. Die Anlieger sind in erheblicher Weise durch Lärm, Abgase und die Verkehrsmengen belastet", heißt es in der Resolution, die nun ans Land gehen soll. Auf Vorschlag von CDU/FDP wird betont, dass die Planungsvereinbarung zur Beschleunigung begrüßt werde. Die SPD legte Wert auf die Feststellung, dass die Stadt einbezogen werden müsse.

Ein Wermutstropfen: Neben dem Bürgermeister unterschrieben nach der Abstimmung nur die Fraktionschefs von CDU, SPD, FDP und "Mein Grevenbroich die Resolution. Carl Windler (UWG) betonte, dass seine Fraktion geteilter Meinung sei. So gebe es Stimmen, "die fragen, ob nach 30 Jahren Planungsverfahren die L 361n wirklich noch die ultimative Lösung zur Verkehrsentlastung ist". Dirk Gawlinski (Grüne) lehnte den Bau ab, er befürchtet eine Verkehrsverlagerung statt Entlastung. Heike Troles dagegen wies auf die heutige große Belastung von "270 Lkw" an Werktagen hin.

(von)