Kreis-SPD fordert Ausbau der Schiene in Grevenbroich

Kreis-SPD fordert S-Bahn für Grevenbroich : VRR lehnt S-Bahn nach Düsseldorf ab

Eine S-Bahn von Köln über Grevenbroich nach Düsseldorf fordert die Kreis-SPD – der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr sieht dafür aber keine Notwendigkeit. Fraktionschef Rainer Thiel hofft auf eine Lösung im Zuge des Strukturwandels.

Die Stadt Grevenbroich braucht S-Bahn-Anschluss, und zwar sowohl nach Köln und Mönchengladbach als auch nach Düsseldorf. Dies fordert die SPD-Kreistagsfraktion, mit deren Resolutionsentwurf für einen „zukunftsfähigen und attraktiven Schienenpersonennahverkehr“ sich am Dienstag der Kreisnahverkehrsausschuss befasst. Doch der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr sieht für eine Schnellbahn zwischen Düsseldorf, Grevenbroich, Bedburg und Köln keine Notwendigkeit.

Die Sozialdemokraten möchten Grevenbroich zum S-Bahn-Knoten-Punkt machen. In ihrer im Dezember vorgelegten Resolution fordern sie die „zügige Umsetzung der S-Bahn von Mönchengladbach über Jüchen, Grevenbroich und Rommerskirchen“ nach Köln, die Planung dafür ist 2018 in den Verbünden und bei der Bahn angelaufen.

Doch hinter der von der SPD ebenfalls geforderten „durchgehenden S-Bahn von Düsseldorf über Neuss, Grevenbroich, Bedburg bis Köln“ stehen dicke Fragezeichen. Der Laacher Peter Koenen, Mitglied der Industrie- und Handelskammer und im Regionalausschuss für den Rhein-Kreis, hat sich zu der Resolution an den VRR gewandt und jetzt von Ronald Lünser und José Luis Castillo vom Vorstand eine Stellungnahme erhalten. „Die Notwendigkeit einer S-Bahn kann aus wirtschaftlichen und verkehrlichen Gründen nicht erkannt werden“, sagen sie zur Verbindung in die Landeshauptstadt. Auf der heutigen RB 39 seien zwar die Fahrgastzahlen Richtung Düsseldorf in Hauptverkehrszeiten stärker, in den übrigen Zeiten und vor allem südlich von Grevenbroich seien die Züge aber „unterdurchschnittlich“ besetzt.

Der Verkehrsverbund weist auf Verbesserungen in Hauptverkehrszeiten (15-Minuten-Takt) und auf längere Züge hin. „Mit dem ausgeweiteten Angebot sehen wir die bestehenden Nachfrageströme gut abgedeckt“, stellen die Vorstände fest. Das reicht SPD-Kreistagsfraktionschef Rainer Thiel nicht. „Der VRR hat nicht im Blick, welche Bedeutung eine S-Bahn für Grevenbroich mit Blick auf den Strukturwandel hat.“ Im Bericht der Kohlekommission sei eine „Erft- S-Bahn“ als wünschenswert aufgeführt worden, betont Thiel. „Der VRR ist ein wenig ruhrgebietslastig, er sollte auch auf die Schnittstellen zu Nachbarverbünden achten. Es macht keinen Sinn, dass der Verkehrsverbund-Rhein-Sieg Bedarf für eine S-Bahn von Köln bis Bedburg sieht und sie baut, der VRR aber für den nördlichen Streckenteil bis Düsseldorf nicht.“ Der Kreispolitiker weist zudem auf den künftigen „Rhein-Ruhr-Express“ hin, Dormagen wird an einer der geplanten RRX-Strecken liegen: „Wichtig ist, dass Grevenbroich an dieses Liniennetz guten Anschluss erhält.“

Was muss nun passieren? „Als Kreispolitiker müssen wir uns verständigen, welche Strukturwandelprojekte wir in Berlin anmelden wollen“, sagt Thiel, der sich dafür „große Geschlossenheit“ wünscht. „Wir haben die Chance, zu einer deutlichen Verbesserung des Schienenverkehrs in absehbarer Zeit zu kommen.“